top of page

Farben für logo finden die ihre markenidentität stärken

  • Huu Nhan Ta
  • vor 22 Stunden
  • 16 Min. Lesezeit

Bei der Auswahl der richtigen Farben für ein Logo geht es um so viel mehr als nur um eine ästhetische Vorliebe. Man trifft damit eine strategische Entscheidung, die das Fundament der gesamten Marke bildet. Farben lösen sofort Emotionen aus, bauen Vertrauen auf und können den Wiedererkennungswert um bis zu 80 % nach oben schrauben. Eine kluge Farbwahl ist der erste Schritt zu einem Branding, das über alle Kanäle hinweg funktioniert.


Warum die richtigen farben für ihr logo erfolgskritisch sind


Überlegen Sie mal: Die Farbe Ihres Logos ist oft der allererste Kontakt, den ein potenzieller Kunde mit Ihrer Marke hat. Lange bevor jemand den Firmennamen liest oder versteht, was Sie eigentlich anbieten, hat das Gehirn schon eine emotionale Reaktion auf die Farbe Ihres Logos ausgelöst. Dieser unbewusste Impuls entscheidet mit, ob Ihre Marke als vertrauenswürdig, innovativ, günstig oder doch eher exklusiv wahrgenommen wird.


Drei Personen spazieren an einem Gebäude mit einem großen Schild mit dem Text 'Farbe Entscheidet' vorbei.


Nehmen wir die ganz Großen als Beispiel: Das strahlende Rot von Coca-Cola versprüht Energie und Lebensfreude, während das satte Blau von Nivea Vertrauen und Fürsorge ausstrahlt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis knallharter strategischer Planung.


Die sprache der farben verstehen


Jede Farbe hat ihre eigene psychologische Wirkung, die natürlich auch von Kultur und persönlichen Erfahrungen beeinflusst wird. Eine Farbe, die hierzulande als anregend gilt, kann in einem anderen Kulturkreis als Warnsignal verstanden werden. Die Kunst bei der Gestaltung eines Logos liegt also darin, genau die Farbe zu finden, deren Botschaft perfekt zu Ihren Markenwerten und Ihrer Zielgruppe passt.


Greift man hier daneben, kann das unangenehme Folgen haben. Ein FinTech-Startup, das sich für ein verspieltes Pink entscheidet, wird es vermutlich schwer haben, als seriöser Finanzpartner ernst genommen zu werden. Andersherum würde eine alteingesessene Anwaltskanzlei mit einem neongrünen Logo wohl schnell an Glaubwürdigkeit verlieren.


Sehen Sie die Farbe Ihres Logos nicht als Deko, sondern als Ihren stillen Verkäufer. Sie arbeitet 24/7 daran, die richtige Botschaft zu senden und die gewünschten Emotionen bei Ihrer Zielgruppe zu wecken.

Ein fundament für konsistentes branding


Ein sauber ausgearbeitetes Farbkonzept ist die Basis für alles, was im Marketing danach kommt. Es sorgt dafür, dass Ihr Auftritt auf allen Plattformen einheitlich und professionell wirkt. Die Farben, die Sie für Ihr Logo festlegen, werden Sie überall wiederfinden:


  • Auf Ihrer Website und in Ihrer App: Hier führen die Farben den Nutzer intuitiv und stärken bei jeder einzelnen Interaktion die Markenidentität.

  • In den Social-Media-Kanälen: Ein durchgängiger Farbeinsatz sorgt dafür, dass Ihre Posts im überfüllten Newsfeed sofort herausstechen.

  • Bei allen Drucksachen: Von der Visitenkarte bis zur Hochglanzbroschüre wird Ihre Marke auf den ersten Blick erkannt.

  • Auf Produkten und Verpackungen: Am Point of Sale können Farben die Kaufentscheidung direkt beeinflussen.


Am Ende des Tages geht es darum, eine visuelle Sprache zu schaffen, die Ihre Markengeschichte erzählt, ohne dass Sie ein einziges Wort sagen müssen. Eine strategisch gewählte Logofarbe ist also kein Kostenfaktor, sondern eine echte Investition in den langfristigen Erfolg und die Wahrnehmung Ihres Unternehmens. Sie schafft Wiedererkennung, baut Vertrauen auf und hebt Sie am Ende entscheidend von der Konkurrenz ab.


Ihre Markenidentität: Das Fundament für die richtige Farbwahl


Bevor Sie auch nur einen Gedanken an Blau, Rot oder Grün verschwenden, müssen wir einen Schritt zurückgehen. Die Wahl der passenden Farben für ein Logo beginnt nämlich nicht bei der Farbkarte, sondern bei einer ehrlichen, tiefen Analyse Ihrer Marke.


Eine Farbe ohne Strategie ist am Ende nur Dekoration. Eine Farbe, die aber auf Ihrer Markenidentität fußt, wird zu einem mächtigen Werkzeug in Ihrer Kommunikation.


Laptop auf einem Holztisch mit Pegboard und Pflanzen, überlagert mit dem Text 'MARKENIDENTITÄT STÄRKEN'.


Ihre Marke ist so viel mehr als nur Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Sie ist ein Versprechen, eine Persönlichkeit, ein Gefühl. Die Farben, für die Sie sich entscheiden, müssen genau das authentisch widerspiegeln. Sonst riskieren Sie eine inkonsistente Botschaft, die Kunden verwirrt oder im schlimmsten Fall sogar abschreckt. Ein teures Rebranding nach wenigen Jahren ist oft die direkte Folge einer überstürzten Farbentscheidung am Anfang.


Wer sind Sie und wen wollen Sie erreichen?


Um die richtigen Farben zu finden, müssen Sie sich zuerst die richtigen Fragen stellen. Dieser Prozess legt das Fundament für jede weitere Designentscheidung. Es geht darum, ein klares und scharfes Profil Ihrer Marke zu entwickeln.


Nehmen Sie sich wirklich Zeit, die folgenden Punkte für sich zu klären:


  • Ihre Zielgruppe: Wer sind Ihre idealen Kunden? Sprechen Sie junge, technikaffine Start-ups an oder etablierte Handwerksbetriebe? Die Farbvorlieben und Assoziationen eines 20-Jährigen unterscheiden sich fundamental von denen eines 60-jährigen Entscheiders.

  • Ihre Markenpersönlichkeit: Wie soll Ihre Marke wirken? Als innovativer Vorreiter? Als verlässlicher Partner? Vielleicht als exklusive Luxusmarke oder doch eher als zugänglicher Helfer von nebenan? Jede dieser Persönlichkeiten wird durch eine andere Farbwelt zum Leben erweckt.

  • Ihr einzigartiges Versprechen (USP): Was machen Sie besser oder anders als die Konkurrenz? Ist es Ihr herausragender Service, Ihre nachhaltige Produktion oder der unschlagbare Preis? Ihr USP sollte sich in der visuellen Sprache wiederfinden.


Diese Selbstreflexion ist absolut entscheidend. Ein Unternehmen, das Sicherheit und Vertrauen ausstrahlen will, wie eine Versicherung, wird fast immer zu klassischen Blautönen tendieren. Ein Food-Start-up hingegen, das Frische und Energie vermitteln möchte, ist mit einem kräftigen Grün oder Orange oft viel besser beraten.


Falls Sie tiefer einsteigen wollen, wie so ein Prozess zur Entwicklung der Markenidentität im Detail aussieht, haben wir unsere Vorgehensweise in unserem Beitrag zum Branding-Prozess für eine starke Markenidentität zusammengefasst.


Ihre Markenidentität ist der Kompass, der Ihnen den Weg zur richtigen Farbpalette weist. Ohne diesen Kompass segeln Sie im Nebel und hoffen, zufällig am richtigen Ziel anzukommen.

Ein Blick auf die Konkurrenz schadet nie


Sobald Sie wissen, wer Sie sind, ist es an der Zeit, den Blick nach außen zu richten. Eine gründliche Analyse Ihrer Wettbewerber ist unerlässlich, um sich bewusst im Markt zu positionieren. Sie wollen ja nicht aus Versehen wie Ihr größter Konkurrent aussehen.


Erstellen Sie eine simple Übersicht Ihrer wichtigsten Mitbewerber und schauen Sie sich ganz gezielt deren Farbwelten an.


Wettbewerber

Dominante Farbe

Vermutete Markenbotschaft

Firma A (Marktführer)

Kräftiges Blau

Vertrauen, Stabilität, Professionalität

Firma B (Innovator)

Leuchtendes Grün & Grau

Nachhaltigkeit, Modernität, Technologie

Firma C (Preisbrecher)

Auffälliges Rot & Gelb

Energie, Aufmerksamkeit, günstige Angebote


Diese kleine Analyse hilft Ihnen, Lücken und Chancen aufzudecken. Wenn alle Ihre Konkurrenten auf Blau setzen, könnte eine warme, erdige Farbpalette eine echte Chance sein, um sich abzuheben. Damit könnten Sie eine ganz andere Facette der Branche betonen – vielleicht Nähe und persönliche Beratung statt kühler Professionalität.


Es geht hier nicht darum, krampfhaft das Gegenteil zu tun. Es geht darum, eine informierte Entscheidung zu treffen. Sie können sich bewusst für eine ähnliche Farbe entscheiden, um zu signalisieren, dass Sie in derselben Liga spielen. Oder Sie wählen eine komplett andere, um Ihre Einzigartigkeit zu unterstreichen.


Diese strategische Überlegung bewahrt Sie davor, im visuellen Lärm des Marktes unterzugehen. Am Ende dieses Prozesses haben Sie eine solide Grundlage, die sicherstellt, dass Ihre Logofarben nicht nur schön sind, sondern wirklich für Ihre Marke arbeiten.


Farbpsychologie im branding gezielt einsetzen


Farben sprechen eine universelle Sprache. Sie wecken Emotionen und transportieren Botschaften, lange bevor wir auch nur ein einziges Wort gelesen haben. Genau diesen psychologischen Hebel sollten Sie nutzen, wenn Sie die Farben für Ihr Logo auswählen. Es geht hier nicht darum, einfach eine „hübsche“ Farbe zu finden, sondern eine, die strategisch für Ihre Marke arbeitet.


Die Psychologie hinter den Farben ist eines der mächtigsten Werkzeuge im Branding überhaupt. Kein Zufall, dass Blau so oft im Finanz- und Technologiesektor auftaucht: Es vermittelt Kompetenz, Vertrauen und Sicherheit. Denken Sie nur an Schwergewichte wie die Deutsche Bank oder SAP. Rot hingegen schreit förmlich nach Energie, Leidenschaft und Dringlichkeit. Deswegen setzen viele Einzelhändler wie MediaMarkt darauf – es fängt den Blick und kann sogar Impulskäufe fördern.


Diese Assoziationen sind tief in unserer Kultur verankert und lenken Kaufentscheidungen ganz unbewusst. Ein solides Verständnis dafür ist also kein „Nice-to-have“, sondern die absolute Grundlage, um Ihre Marke authentisch und überzeugend zu positionieren.


Die emotionale bedeutung der kernfarben


Jede Farbe hat ihre eigene emotionale DNA. Natürlich ist die Wahrnehmung immer ein Stück weit subjektiv, aber im Business-Kontext haben sich klare Assoziationen etabliert, auf die man sich verlassen kann.


  • Blau: Die Farbe für Vertrauen, Loyalität und Professionalität. Sie strahlt Ruhe und Seriosität aus, kann aber bei falschem Einsatz auch etwas kühl und distanziert wirken. Perfekt für B2B-Dienstleister, Versicherungen und Tech-Unternehmen.

  • Rot: Steht für pure Energie, Leidenschaft, Liebe, aber auch für Warnung. Rot zieht sofort alle Blicke auf sich und kann nachweislich den Appetit anregen. Eine ideale Wahl für die Lebensmittelbranche, für Sale-Aktionen oder Marken, die mutig und dynamisch rüberkommen wollen.

  • Grün: Symbolisiert Natur, Wachstum, Gesundheit und Harmonie. Es wird oft mit Nachhaltigkeit, aber auch mit Finanzen (Wachstum!) in Verbindung gebracht. Eine logische Wahl für Bio-Marken, Umweltorganisationen oder auch Finanzberater.

  • Gelb: Die Farbe des Optimismus, der Wärme und der Fröhlichkeit. Gelb wirkt freundlich und einladend, kann aber auf großen Flächen schnell aufdringlich oder gar billig wirken. Toll für Marken, die Kreativität und positive Energie ausstrahlen möchten.


Wichtig ist natürlich, immer auch die kulturellen Nuancen im Blick zu behalten. Was bei uns positiv wirkt, kann in einer anderen Kultur eine ganz andere Bedeutung haben. Für den deutschen Markt sind diese Grundassoziationen aber sehr verlässlich.



Bevor wir weitermachen, hier eine kurze Übersicht, die die wichtigsten Farben und ihre Wirkung im Business-Kontext zusammenfasst. Das kann als praktischer Spickzettel dienen, wenn Sie verschiedene Optionen für Ihre Marke abwägen.


Übersicht der farbpsychologie im business-kontext


Diese Tabelle fasst die typischen Assoziationen und den strategischen Einsatz der wichtigsten Farben für Unternehmenslogos zusammen.


Farbe

Typische Assoziationen

Ideal für Branchen

Vermeiden bei

Blau

Vertrauen, Sicherheit, Kompetenz, Ruhe, Loyalität

Finanzen, Technologie, Versicherungen, Gesundheitswesen, B2B-Dienstleistungen

Lebensmittelindustrie (kann appetitzügelnd wirken), Marken, die jugendlich wirken sollen

Rot

Energie, Leidenschaft, Dringlichkeit, Aufregung, Appetit

Gastronomie, Einzelhandel (Sale), Entertainment, Automobilindustrie

Luxusmarken (kann billig wirken), Gesundheitswesen (assoziiert mit Gefahr)

Grün

Natur, Wachstum, Gesundheit, Harmonie, Frische, Finanzen

Bio-Produkte, Umweltorganisationen, Finanzen, Wellness, Pharmazie

Technologie (kann altmodisch wirken), Luxusgüter (außer bei Fokus auf Nachhaltigkeit)

Gelb

Optimismus, Freude, Kreativität, Wärme, Aufmerksamkeit

Kreativagenturen, Lebensmittel (Fast Food), Logistik (Sichtbarkeit), Tourismus

Finanzdienstleistungen (wirkt nicht seriös genug), Premium-Marken (kann billig wirken)

Orange

Freundlichkeit, Enthusiasmus, Verspieltheit, Erschwinglichkeit

Jugendmarken, Kreativbranche, Lebensmittel, Technologie (als Akzent)

Traditionelle oder sehr seriöse Branchen wie Anwaltskanzleien oder Versicherungen

Lila

Luxus, Kreativität, Weisheit, Spiritualität, Einzigartigkeit

Luxusgüter, Kosmetik, Wellness, Kreativbranche, Bildung

Branchen, die auf breite Masse und Erschwinglichkeit setzen (wirkt exklusiv)

Schwarz

Eleganz, Luxus, Macht, Modernität, Minimalismus

Mode, Luxusgüter, Automobilindustrie, Technologie

Gesundheitswesen, Bio-Marken (wirkt nicht organisch oder freundlich)

Weiß

Reinheit, Einfachheit, Minimalismus, Klarheit, Transparenz

Technologie (Apple), Gesundheitswesen, Mode, wird meist als Sekundärfarbe genutzt

Alleinstehend selten, da es als Hintergrund dient; kann ohne Kontrast verloren gehen


Diese Tabelle ist ein guter Startpunkt, aber denken Sie daran: Die beste Wahl hängt immer von Ihrer einzigartigen Markenstrategie und Zielgruppe ab.



Schwarz und weiß als strategische elemente


Man könnte meinen, Schwarz und Weiß seien ja gar keine richtigen Farben – im Logodesign spielen sie aber eine absolute Hauptrolle. Sie stehen für Eleganz, Minimalismus und kristallklare Botschaften.


Schwarz strahlt eine Aura von Luxus, Kraft und Hochwertigkeit aus. Kein Wunder, dass es von Premiummarken wie Mercedes-Benz oder Chanel eingesetzt wird, um Exklusivität und Autorität zu untermauern. Eine in Deutschland durchgeführte Umfrage bestätigt das: Schwarz wurde von den meisten Befragten als die modernste Farbwahl für ein Logo wahrgenommen, besonders bei jüngeren Leuten. Mehr über die Wahrnehmung von Logofarben in Deutschland erfahren Sie auf vistaprint.de.


Weiß hingegen steht für Reinheit, Einfachheit und Transparenz. Meist wird es als Begleitfarbe eingesetzt, um Designs Luft zum Atmen zu geben und alles aufgeräumt wirken zu lassen. Marken wie Apple nutzen Weiß exzessiv, um einen klaren, nutzerfreundlichen und modernen Vibe zu erzeugen.


Die Entscheidung für eine achromatische Farbpalette (Schwarz, Weiß, Grau) ist keine neutrale, sondern eine sehr bewusste strategische Wahl. Sie kommuniziert Minimalismus, Fokus und zeitlose Eleganz.

Das zusammenspiel der farben entscheidet


Die wenigsten Logos kommen mit nur einer einzigen Farbe aus. Die wahre Kunst liegt darin, eine Farbpalette zu entwickeln, die entweder harmonisch oder bewusst spannungsgeladen ist – je nachdem, was Ihre Markenpersönlichkeit am besten transportiert. Dafür gibt es ein paar bewährte Ansätze.


Monochrome Paletten Hier spielt man mit verschiedenen Schattierungen und Tönungen einer einzigen Grundfarbe. Das Ergebnis ist immer elegant, subtil und sehr harmonisch. Diese Methode passt perfekt zu Marken, die für Raffinesse und einen klaren Fokus stehen.


Analoge Paletten Bei diesem Ansatz schnappt man sich Farben, die im Farbkreis direkt nebeneinander liegen, zum Beispiel Blau, Blaugrün und Grün. Das erzeugt eine sehr ruhige und angenehme visuelle Stimmung. Solche Paletten sind unheimlich vielseitig und strahlen Balance und Konsistenz aus.


Komplementäre Paletten Jetzt wird es laut! Hier kombiniert man Farben, die sich im Farbkreis genau gegenüberliegen – klassische Beispiele sind Rot und Grün oder Blau und Orange. Diese Paare erzeugen den stärksten Kontrast, den man bekommen kann. Sie sind dynamisch, energiegeladen und schreien nach Aufmerksamkeit. Perfekt, wenn Ihre Marke aus der Masse herausstechen soll.


Die richtige Kombination hängt also direkt von Ihrer Botschaft ab. Wollen Sie beruhigend und vertrauenswürdig wirken (analog) oder doch lieber mutig und innovativ (komplementär)? Die Farbpsychologie gibt Ihnen die Bausteine an die Hand, aber erst die strategische Kombination erweckt Ihre Marke zum Leben. Genau dieses durchdachte Zusammenspiel hebt ein Logo von „ganz nett“ auf das Level „unvergesslich“.


So entwickeln sie ihre logofarbpalette in der praxis


Jetzt, wo die strategischen Weichen gestellt sind, wird es kreativ. Wir tauchen in den praktischen Teil ein: die Entwicklung Ihrer Farbpalette. Hier geben wir Ihrer Markenidentität endlich ein Gesicht. Es geht darum, eine harmonische und funktionale Kombination zu finden, die Ihre Botschaft klar transportiert und überall funktioniert – vom winzigen App-Icon bis zum riesigen Messestand.


Dieser Prozess lässt sich gut in überschaubare Aufgaben zerlegen. Wir fangen mit der dominanten Hauptfarbe an, dem Herzstück Ihrer Marke. Von dort aus bauen wir mit Sekundär- und Akzentfarben Schritt für Schritt ein stimmiges Gesamtbild auf.


Die dominante hauptfarbe als visueller ankerpunkt


Ihre Hauptfarbe ist der wichtigste Anker Ihrer Marke. Sie muss die zentrale Emotion und den Kernwert Ihres Unternehmens auf den Punkt bringen. Haben Sie bei der Markenanalyse herausgefunden, dass Vertrauen und Zuverlässigkeit für Ihre Kunden entscheidend sind? Dann ist ein Blauton oft die naheliegendste Wahl. Stehen eher Nachhaltigkeit und Wachstum im Vordergrund, führt der Weg meist zu einem Grünton.


Dabei spielt auch die kulturelle Prägung eine wichtige Rolle. In Deutschland zum Beispiel entschieden sich 2023 rund 78,7 % der Autokäufer für Grau, Schwarz oder Weiß. Das zeigt: Neutrale Töne wirken auf deutsche Zielgruppen oft besonders vertraut und seriös. Gleichzeitig bieten buntere Farben wie Blau oder Rot natürlich die Chance, sich ganz bewusst abzuheben. Wer sich tiefergehend mit Trends bei Autofarben und ihrer Bedeutung beschäftigen will, findet dazu spannende Einblicke.


Sekundär- und akzentfarben für mehr tiefe


Ein Logo kommt selten mit nur einer Farbe aus. Sekundärfarben unterstützen die Hauptfarbe, geben dem Design Tiefe und schaffen ein harmonisches Bild. Akzentfarben sind gewissermaßen das Salz in der Suppe: Sie werden nur ganz sparsam eingesetzt, um wichtige Elemente wie Call-to-Action-Buttons oder Links hervorzuheben und die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie hingehört.


Ein bewährtes Prinzip, das man sich aus dem Interior Design borgen kann, ist die 60-30-10-Regel. Die lässt sich perfekt auf das Logodesign übertragen:


  • 60 % Hauptfarbe: Sie dominiert den Gesamteindruck und sorgt für den Wiedererkennungswert.

  • 30 % Sekundärfarbe: Sie schafft einen angenehmen Kontrast und unterstützt die Hauptfarbe, ohne ihr die Show zu stehlen.

  • 10 % Akzentfarbe: Sie setzt gezielte Highlights und lenkt den Blick auf das, was wichtig ist – oft eine Handlungsaufforderung.


Diese ausgewogene Verteilung sorgt für einen professionellen und ruhigen Gesamteindruck. Die richtige Anwendung dieser Regel ist ein wesentlicher Baustein jedes starken Markenauftritts, wie auch unsere Beispiele für Corporate Design zeigen, die für Mittelständler relevant sind.


Der Prozess der Farbwirkung selbst ist eigentlich ganz einfach: Ein visueller Reiz löst eine emotionale Reaktion aus, die wiederum zu einer Handlung führt.


Flussdiagramm zum Prozess der Farbwirkung: Auslöser (Auge) führt zu Gefühl (Herz) und dann zu Handlung (Pfeil).


Diese Kette macht deutlich, warum eine strategisch gewählte Akzentfarbe so unglaublich wichtig ist. Sie ist der direkte Draht zur gewünschten Aktion des Nutzers.


Praktische tools und die nötigen basics


Zum Glück müssen Sie die Farbpalette nicht aus dem Bauch heraus erstellen. Es gibt ein paar fantastische Online-Tools, die Ihnen helfen, stimmige und professionelle Kombinationen zu finden:


  • Adobe Color: Ein echtes Kraftpaket. Es generiert auf Basis des Farbkreises harmonische Paletten, zum Beispiel analoge oder komplementäre Kombinationen.

  • Coolors: Super intuitiv und macht Spaß. Hier können Sie per Knopfdruck Paletten erstellen, anpassen und sich einfach inspirieren lassen.


Mein Tipp aus der Praxis: Definieren Sie von Anfang an die exakten Farbcodes für alle Anwendungsbereiche. Das erspart Ihnen später eine Menge Kopfzerbrechen und sichert eine konsistente Markendarstellung.

Sobald Ihre Palette steht, ist es entscheidend, die technischen Werte festzuhalten. Jede Farbe braucht unterschiedliche Codes für verschiedene Medien, damit sie überall gleich aussieht.


  • Fürs Web (digitale Anzeigen, Website): Hier arbeiten Sie mit HEX-Codes (z. B. ) und RGB-Werten (Rot, Grün, Blau).

  • Für den Druck (Flyer, Visitenkarten): Hier sind CMYK-Werte (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) und – für eine absolut exakte Farbwiedergabe – idealerweise Pantone-Farben der Standard.


Wenn Sie diese Werte von Beginn an in einem einfachen Styleguide festhalten, stellen Sie sicher, dass Ihre Marke überall – online wie offline – genau so aussieht, wie Sie es geplant haben. Diese technische Sorgfalt ist das Fundament für einen professionellen und wiedererkennbaren Auftritt.


Konsistenz und technische Umsetzung sicherstellen



Eine brillante Farbstrategie ist nur so gut wie ihre Umsetzung im Alltag. Selbst die besten Farben für ein Logo verpuffen, wenn sie nicht konsequent eingesetzt werden. In der Praxis scheitern viele gute Ansätze genau hier – an den technischen Details, die einen professionellen Markenauftritt erst möglich machen.


Die größte Hürde ist oft, wie Farben auf unterschiedlichen Medien dargestellt werden. Das leuchtende Blau auf Ihrem Bildschirm kann auf einem gedruckten Flyer plötzlich matt und ganz anders aussehen. Das liegt an den verschiedenen Farbräumen: Bildschirme mischen Licht additiv (RGB), während Drucker mit subtraktiven Farbpigmenten arbeiten (CMYK).


Dieses scheinbar kleine Problem sorgt für Verwirrung bei Kunden und schwächt die Wiedererkennung Ihrer Marke. Die Lösung? Standardisierung.


Farbverbindlichkeit durch Systeme wie Pantone und RAL


Damit das Blau auf Ihrem Messestand exakt dasselbe Blau ist wie auf Ihrer Visitenkarte, kommen Sie an standardisierten Farbsystemen nicht vorbei. Man kann sie sich wie ein universelles Wörterbuch für Farben vorstellen. Sie garantieren eine exakte, reproduzierbare Wiedergabe – egal, welches Material oder Produktionsverfahren zum Einsatz kommt.


Zwei Systeme sind hier entscheidend:


  • Pantone (PMS): Der weltweite Goldstandard im Druckbereich. Jede Pantone-Farbe hat eine einzigartige Nummer, mit der Drucker überall auf der Welt den exakten Ton mischen können.

  • RAL: Vor allem in Europa und Deutschland ist dies das führende System für Farben in Industrie, Design und Architektur.


Gerade für professionelle Farbentscheidungen bietet das RAL-Farbsystem eine enorme Sicherheit. Der Trendreport „RAL COLOUR FEELING 2023+“ hat beispielsweise 15 Schlüsselfarben definiert, die auf Studien zur Farbwirkung basieren. Solche Insights helfen uns als Agentur, exakt definierbare Markenfarben zu entwickeln und Abweichungen zwischen digital und gedruckt zu vermeiden. Mehr über die Erkenntnisse des RAL-Trendreports finden Sie auf ral-farben.de.


Ihre Markenfarben in diesen Systemen festzulegen, ist kein Luxus. Es ist eine absolute Notwendigkeit für ein starkes Branding.


Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal


Ein wirklich professionelles Logo funktioniert für alle Menschen, auch für jene mit einer Sehschwäche. Barrierefreiheit ist längst nicht mehr nur ein rechtliches Thema, sondern ein klares Zeichen von Respekt und unternehmerischer Weitsicht. Ein entscheidender Faktor hierbei ist das Kontrastverhältnis zwischen Ihrem Logo und dem Hintergrund.


Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) geben hierzu klare Empfehlungen vor. Glücklicherweise gibt es unzählige kostenlose Online-Tools, mit denen Sie die Kontrastverhältnisse Ihrer Farbpalette in Sekundenschnelle überprüfen können.


Ein starker Kontrast stellt sicher, dass Ihre Botschaft ankommt – und zwar bei allen. Er macht Ihr Logo nicht nur zugänglicher, sondern oft auch visuell prägnanter und auf den ersten Blick erfassbar.

Wer diesen Punkt ignoriert, schließt potenziell einen erheblichen Teil seiner Zielgruppe aus und wirkt schlichtweg unprofessionell.


Der Styleguide als zentrales Werkzeug


Wie stellen Sie also sicher, dass Ihr Team, externe Designer oder die Druckerei um die Ecke immer die richtigen Farben verwenden? Die Antwort ist ein Styleguide, oft auch Brand Manual genannt. Dieses Dokument ist das wichtigste Werkzeug, um die Markenkonsistenz langfristig zu sichern.


Ein praxisorientierter Styleguide für Farben sollte mindestens diese Punkte enthalten:


  • Primär-, Sekundär- und Akzentfarben: Ihre klar definierte Palette.

  • Farbwerte für alle Medien: HEX/RGB für Digitales, CMYK und Pantone/RAL für den Druck.

  • Anwendungsregeln: Wann wird welche Farbe eingesetzt (z. B. für Überschriften, Buttons, Hintergründe)?

  • Negative Beispiele (Don'ts): Was mit den Farben auf keinen Fall gemacht werden darf, etwa falsche Kombinationen oder veränderte Sättigungswerte.


Betrachten Sie den Styleguide nicht als starres Regelwerk, sondern als lebendige Anleitung, die die visuelle DNA Ihrer Marke schützt. Er ist ein fundamentaler Baustein jeder durchdachten Markenstrategie. Mehr über die essenziellen Bestandteile einer starken Corporate Identity können Sie übrigens in unserem weiterführenden Artikel nachlesen. Nur die Kombination aus technischen Standards, barrierefreiem Design und klaren Regeln sorgt dafür, dass Ihre Logofarben ihre volle Wirkung entfalten können.


Häufige fragen zur wahl der richtigen logofarbe


Bei der Wahl der richtigen Farben für ein Logo kommen in der Praxis immer wieder die gleichen Fragen und Unsicherheiten auf. Das ist ganz normal, denn diese Entscheidung legt den Grundstein für die gesamte Wahrnehmung Ihrer Marke. Um Ihnen hier mehr Sicherheit zu geben, habe ich die Fragen zusammengetragen, die mir im Agenturalltag am häufigsten begegnen.


Diese Antworten sollen Ihnen als schnelle, klare Orientierung dienen und dabei helfen, die typischen Stolperfallen von Anfang an zu umgehen.


Wie viele farben sollte mein logo maximal haben?


Meine klare Empfehlung aus jahrelanger Erfahrung lautet: eine bis drei Farben. Weniger ist hier fast immer mehr. Ein minimalistischer Ansatz sorgt nicht nur für einen extrem hohen Wiedererkennungswert, sondern wirkt auch professionell und lässt sich problemlos auf den unterschiedlichsten Medien anwenden.


Eine gut durchdachte Farbpalette gliedert sich meist so:


  • Eine dominante Hauptfarbe: Sie ist das Herzstück, prägt den Charakter Ihrer Marke und trägt die emotionale Hauptbotschaft.

  • Eine unterstützende Sekundärfarbe: Sie ergänzt die Hauptfarbe, schafft Harmonie und eignet sich gut für Hintergründe oder größere Flächen.

  • Eine gezielte Akzentfarbe: Mit ihr setzen Sie sparsam Highlights, zum Beispiel für Buttons oder Links, um den Blick gezielt zu lenken.


Ein Logo mit mehr als drei Farben wirkt schnell unruhig und überladen. Die klare Botschaft geht verloren. Außerdem wird die Produktion, sei es im Druck oder auf Werbemitteln, unnötig kompliziert und teuer. Konzentrieren Sie sich lieber auf eine starke, aussagekräftige Kombination, die ohne Ablenkung auf den Punkt kommt.


Kann ich die farbe meines logos später noch ändern?


Klar, eine Änderung der Logofarbe ist grundsätzlich möglich. Aber machen Sie sich bewusst: Das ist ein Rebranding, und das muss man sehr sorgfältig planen und kommunizieren. Ein solcher Schritt sollte niemals eine spontane Entscheidung sein, denn er greift tief in das Herz Ihrer Markenidentität ein.


Ein Farbwechsel kann strategisch absolut sinnvoll sein, wenn:


  • sich Ihre Unternehmensstrategie grundlegend neu ausrichtet.

  • Sie eine komplett neue Zielgruppe erobern möchten.

  • Ihre bisherigen Farben einfach in die Jahre gekommen sind und nicht mehr zeitgemäß wirken.

  • Ihr Unternehmen mit einem anderen fusioniert oder übernommen wird.


Denken Sie aber immer an die Konsequenzen. Sie riskieren, den Wiedererkennungswert, den Sie sich über Jahre bei Ihren treuen Kunden aufgebaut haben, über Nacht zu verlieren. Außerdem müssen alle Marketingmaterialien – von der Website über die Visitenkarten bis hin zur Fahrzeugbeschriftung – mit erheblichem Kostenaufwand aktualisiert werden. Oft ist eine behutsame Modernisierung, eine Art Evolution statt Revolution, die klügere Wahl.


Ein Farbwechsel ist wie ein Umzug für Ihre Marke. Er bietet die Chance auf einen Neuanfang, ist aber mit erheblichem Aufwand verbunden und sollte gut begründet sein, damit Ihre Kunden den Weg ins neue Zuhause auch finden.

Was tun, wenn meine wunschfarbe im druck ganz anders aussieht?


Ah, der Klassiker! Dieses Problem ist wohl eine der häufigsten Fehlerquellen und hat eine einfache Ursache: unterschiedliche Farbräume. Bildschirme arbeiten mit dem additiven RGB-Farbmodell (Rot, Grün, Blau), bei dem Licht gemischt wird. Der Druck hingegen nutzt das subtraktive CMYK-Farbmodell (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz), bei dem Farbe auf Papier aufgetragen wird.


Die beiden Systeme können nicht alle Farben identisch wiedergeben. Ein leuchtendes Neongrün vom Bildschirm wird im Druck zwangsläufig immer etwas matter und dunkler aussehen.


Die professionelle Lösung dafür ist die Arbeit mit standardisierten Farbsystemen. Definieren Sie für Ihre Markenfarben von Anfang an die exakten Werte für jeden wichtigen Kanal:


  • HEX/RGB für alles Digitale (Website, Social Media, Newsletter).

  • CMYK für den klassischen Vierfarbdruck (Flyer, Broschüren, Anzeigen).

  • Pantone oder RAL für eine exakte, weltweit konsistente Farbwiedergabe auf besonderen Materialien (z. B. Textilien, Lacke, Werbegeschenke).


Ein professioneller Styleguide hält all diese Werte verbindlich fest. Er ist Ihr wichtigstes Werkzeug, um sicherzustellen, dass Ihre Marke auf jedem Medium und an jedem Ort der Welt exakt gleich aussieht und ihre volle Wirkung entfaltet. So vermeiden Sie teure Fehldrucke und garantieren einen durchweg professionellen Auftritt.


Sollte ich mich an farbtrends orientieren?


Sich von aktuellen Farbtrends inspirieren zu lassen, ist absolut in Ordnung. Sie können frische Impulse geben und zeigen, was visuell gerade als modern gilt. Aber: Bauen Sie Ihre Logofarbe niemals allein auf einem kurzlebigen Trend auf.


Ihr Logo ist das beständigste Element Ihrer Marke. Es sollte im besten Fall über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, funktionieren. Ein Trend, der heute super angesagt ist, kann in zwei Jahren schon wieder veraltet wirken. Das zwingt Sie dann in ein frühzeitiges und teures Rebranding, das eigentlich nicht nötig gewesen wäre.


Wählen Sie stattdessen eine Farbe, die tief in Ihrer Marken-DNA verankert ist und Ihre Strategie widerspiegelt. Eine zeitlose Farbwahl, die Ihre Kernwerte authentisch transportiert, wird immer stärker sein als der hippste Farbton der Saison. Trends können Sie wunderbar in kurzfristigen Kampagnen oder als Akzentfarben aufgreifen, aber das Fundament Ihrer Marke sollte auf einem stabileren, strategischen Grund stehen.



Die Wahl der richtigen Logofarben ist ein entscheidender Schritt, der strategisches Denken und kreatives Gespür erfordert. Wenn Sie diesen Prozess professionell und fundiert angehen möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. OCTA MEDIA entwickelt als Werbeagentur für den Mittelstand seit über zehn Jahren starke Markenidentitäten, die im Gedächtnis bleiben. Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Erstgespräch und lassen Sie uns gemeinsam die perfekte Farbwelt für Ihre Marke finden.


 
 
 
bottom of page