WordPress vs TYPO3 der ultimative Leitfaden für Unternehmen
- Huu Nhan Ta
- vor 7 Tagen
- 14 Min. Lesezeit
Die Wahl zwischen WordPress und TYPO3 ist mehr als nur eine technische Entscheidung – sie ist eine strategische Weichenstellung für die digitale Zukunft Ihres Unternehmens. Es geht um Kosten, Flexibilität und darum, wie schnell Sie auf neue Marktanforderungen reagieren können. Im Kern stehen sich hier zwei völlig unterschiedliche Philosophien gegenüber.
Die strategische Entscheidung für Ihr Unternehmen
WordPress ist die pragmatische, flexible Lösung, die sich für eine riesige Bandbreite an Projekten eignet – von der einfachen Unternehmensseite bis zum komplexen E-Commerce-Shop. TYPO3 hingegen ist das Kraftpaket für große Konzerne und Organisationen, die eine hochstrukturierte, zentrale Plattform für unzählige Websites und komplexe Freigabeprozesse benötigen.
Die Frage ist also nicht, welches System pauschal "besser" ist, sondern welches am besten zu Ihren Zielen, Ihrem Team und Ihrem Budget passt. Um die Welt von WordPress besser zu verstehen, liefert dieser Artikel eine gute Grundlage: Was ist WordPress?.

Kernunterschiede auf einen Blick
Die DNA eines CMS bestimmt alles: von der Konzeption über die Entwicklung bis hin zur täglichen Pflege. WordPress lebt von seinem gigantischen Ökosystem. Mit Tausenden von Plugins und Themes lassen sich Projekte unglaublich schnell und kostengünstig umsetzen. Im Gegensatz dazu steht TYPO3 mit seiner strikt durchdachten Architektur, die maximale Kontrolle und Sicherheit in komplexen IT-Landschaften gewährleistet.
Ein Blick auf die Marktzahlen zeigt, wie unterschiedlich die Systeme angenommen werden. In Deutschland ist WordPress mit einem Marktanteil von 46,32 Prozent der unangefochtene Platzhirsch. TYPO3 folgt mit respektablen 13,23 Prozent. Global gesehen ist die Dominanz von WordPress mit 43 Prozent erdrückend, während TYPO3 auf gerade einmal 0,4 Prozent kommt. Das unterstreicht nicht nur die weltweite Beliebtheit, sondern auch den riesigen Pool an verfügbaren WordPress-Entwicklern.
Schnellvergleich der Systemphilosophien
Eine direkte Gegenüberstellung der Kernmerkmale macht die grundlegende Ausrichtung beider Systeme auf einen Blick klar. Diese Tabelle dient als erster Kompass für die detailliertere Analyse, die noch folgt.
Merkmal | WordPress | TYPO3 |
|---|---|---|
Zielgruppe | Start-ups, KMUs, Blogger, Marketingteams, Agenturen | Großunternehmen, Konzerne, öffentliche Einrichtungen, Universitäten |
Technischer Aufwand | Niedrig bis mittel; kinderleicht für Redakteure | Hoch; erfordert spezialisierte Entwickler und intensive Einarbeitung |
Flexibilität | Extrem hoch durch riesiges Plugin- und Theme-Ökosystem | Hoch durch Extensions, aber strukturierter und aufwendiger anzupassen |
Time-to-Market | Sehr schnell; Projekte sind oft in Tagen oder Wochen live | Langsamer; erfordert detaillierte Planung und Konfiguration |
Kosten (TCO) | Geringere Entwicklungs- und Wartungskosten | Deutlich höhere Gesamtkosten durch Spezialistenbedarf |
Diese Gegenüberstellung macht deutlich: Die Entscheidung zwischen WordPress und TYPO3 ist keine Frage der Technik, sondern eine grundlegende Geschäftsentscheidung, die von Ihrer Unternehmensstrategie abhängt.
Analyse der Systemarchitektur und Flexibilität
Um im Duell WordPress vs. TYPO3 die richtige Wahl zu treffen, müssen wir hinter die Kulissen schauen. Es geht nicht nur um technische Details, sondern um zwei grundverschiedene Philosophien für den Bau von Websites. Ihre Architekturen bestimmen, wie agil, zukunftssicher und pflegeleicht ein Projekt am Ende des Tages wirklich ist.
WordPress baut auf einer offenen, sehr zugänglichen Architektur auf. Der Kern selbst ist schlank gehalten, die eigentliche Power kommt aus einem riesigen Ökosystem von Plugins und Themes. Das ist kein Zufall, sondern das Herzstück seiner Modularität – und der Grund, warum WordPress so unglaublich anpassungsfähig ist.
Diese Plugin-basierte Struktur erlaubt es, Projekte blitzschnell umzusetzen. Man kann innerhalb kürzester Zeit eine komplette E-Commerce-Plattform mit WooCommerce hochziehen oder die SEO-Strategie mit mächtigen Werkzeugen wie Yoast oder Rank Math auf das nächste Level heben. Dieser Ansatz senkt die Einstiegshürde und die initialen Projektkosten enorm.

Der flexible Ansatz von WordPress
Man kann sich die Architektur von WordPress wie ein Lego-Set vorstellen. Man startet mit einer soliden Grundplatte und klickt dann genau die Bausteine an, die man für sein Projekt braucht. Dieser Ansatz ist auf Geschwindigkeit und Kreativität ausgelegt.
Schnelle Prototypen: Eine neue Idee, zum Beispiel eine Landingpage für eine Marketingkampagne, kann innerhalb von Stunden live gehen und getestet werden.
Geringere Abhängigkeit: Durch die riesige Auswahl an Plugins ist man seltener von einem einzigen Entwickler oder einer Agentur abhängig.
Fokus auf den Nutzer: Das ganze System ist darauf getrimmt, dass auch Menschen ohne technischen Hintergrund Inhalte einfach erstellen und verwalten können.
Der entscheidende Vorteil von WordPress ist die Demokratisierung des Webs. Funktionen, deren individuelle Entwicklung früher Tausende von Euro gekostet hätte, gibt es heute oft als professionell gewartetes Plugin für einen Bruchteil des Preises.
TYPO3 hingegen schlägt einen komplett anderen Weg ein, der klar auf die Anforderungen von Großunternehmen zugeschnitten ist. Die Architektur ist hierarchisch, streng strukturiert und auf maximale Kontrolle und Sicherheit ausgelegt. Statt auf leichtgewichtige Plugins setzt TYPO3 auf ein robustes Extension-Framework.
Die strukturierte Architektur von TYPO3
Technisch ist TYPO3 eine andere Hausnummer und verlangt ein tiefes Verständnis seiner Systemlogik. Das Herzstück bildet TypoScript, eine eigene Konfigurationssprache, mit der sich jeder Aspekt einer Website bis ins kleinste Detail steuern lässt.
Diese Komplexität ist aber kein Nachteil, sondern ein bewusstes Design für große, anspruchsvolle Umgebungen. Stellen Sie sich einen globalen Konzern vor, der Hunderte Länder-Websites mit verschiedenen Sprachen, Inhalten und Zugriffsrechten managen muss. Genau hier spielt TYPO3 seine Stärken aus, weil es zentrale Kontrolle mit lokaler Flexibilität perfekt verbindet.
Der hierarchische Seitenbaum und das ausgeklügelte Rechtemanagement sind Kernfunktionen, die sich in WordPress nur mit einem Mix aus mehreren Plugins abbilden ließen – inklusive potenzieller Kompatibilitätsprobleme.
Wie fühlt sich das in der Praxis an?
Die unterschiedlichen Architekturen haben direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit.
Aspekt | WordPress | TYPO3 |
|---|---|---|
Neue Funktion hinzufügen | Installation und Konfiguration eines Plugins (Minuten bis Stunden) | Planung, Entwicklung und Integration einer Extension (Tage bis Wochen) |
Inhaltserstellung | Intuitiver Block-Editor (Gutenberg), sehr anwenderfreundlich | Strukturierter Backend-Editor, erfordert eine gewisse Einarbeitung |
Wartung | Regelmäßige Updates von Kern, Plugins und Themes sind Pflicht | Zentrale, geplante Updates durch spezialisierte Entwickler |
Skalierbarkeit | Skaliert gut durch Caching und optimiertes Hosting | Von Haus aus für hohe Komplexität und große Lasten konzipiert |
Unterm Strich lässt sich sagen: WordPress bietet eine pragmatische, flexible Architektur für schnelle Ergebnisse und hohe Benutzerfreundlichkeit. Es ist die ideale Wahl für Projekte, bei denen Agilität und eine kurze Time-to-Market im Mittelpunkt stehen. TYPO3 hingegen setzt auf eine durchdachte, kontrollierte Architektur, die für langfristige Stabilität, Sicherheit und das Management komplexer, globaler Web-Strukturen optimiert ist. Die Wahl hängt also direkt von den strategischen Zielen des Projekts ab.
Ein Blick auf die Gesamtkosten: WordPress vs. TYPO3
Die Entwicklungskosten am Anfang sind nur die Spitze des Eisbergs. Wer die Wahl zwischen WordPress und TYPO3 wirklich fundiert treffen will, muss die Total Cost of Ownership (TCO) im Blick haben – also die Kosten, die über den gesamten Lebenszyklus einer Webseite anfallen.
Beide Systeme sind zwar Open-Source und damit erst einmal lizenzkostenfrei. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten in der Kostenstruktur. Die wahren Preistreiber sind Entwicklung, laufende Wartung und vor allem die Verfügbarkeit von Experten. Und genau hier gehen die Scheren weit auseinander.

Initialkosten und die Suche nach Entwicklern
Was der Start einer neuen Website kostet, hängt stark von den Stundensätzen und der Verfügbarkeit passender Entwickler ab. WordPress hat hier einen klaren Vorteil: Es gibt einen riesigen, weltweiten Pool an Entwicklern. Das schafft Wettbewerb und hält die Stundensätze auf einem moderaten Niveau. Projekte lassen sich oft schneller und damit günstiger realisieren.
Ganz anders bei TYPO3. Hier braucht es hochspezialisierte Fachleute, die sich mit TypoScript und der komplexen Architektur wirklich auskennen. Diese Experten sind rar und entsprechend teuer. Die aufwendigere Konfiguration und die oft notwendige Entwicklung eigener Extensions treiben die anfänglichen Projektkosten deutlich nach oben.
Das schlägt sich direkt in den Budgets nieder. Eine Analyse der Projektkosten in Deutschland zeigt, dass der Unterschied enorm ist: Während für ein durchschnittliches WordPress-Projekt 2.340 Euro veranschlagt werden, sind es bei TYPO3 im Schnitt 5.980 Euro. Das sind über 150 Prozent mehr – ein Faktor, der gerade für mittelständische Unternehmen entscheidend sein kann.
Was nach dem Launch kommt: Laufende Kosten für Wartung und Erweiterungen
Ist die Website online, fangen die laufenden Kosten erst richtig an – ein Posten, der oft unterschätzt wird. Dazu gehören Hosting, Wartungsverträge für Sicherheitsupdates und natürlich die Umsetzung neuer Ideen und Funktionen.
Hosting: TYPO3 ist anspruchsvoller und benötigt mehr Server-Ressourcen. Das führt oft zu teureren, spezialisierten Hosting-Paketen. WordPress ist da genügsamer und läuft auf den meisten Standard-Hostings absolut rund.
Plugins vs. Extensions: Für WordPress gibt es Tausende fertige Premium-Plugins zu fairen Preisen. Eine neue Funktion ist oft mit ein paar Klicks und einer überschaubaren Jahresgebühr einsatzbereit. Bei TYPO3 bedeutet eine solche Anpassung nicht selten, dass eine individuelle Extension teuer entwickelt werden muss.
Wartung: Regelmäßige Updates sind für die Sicherheit beider Systeme unerlässlich. Aber auch hier gilt: Wegen der höheren Komplexität und des Fachkräftemangels sind Wartungsverträge für TYPO3 im Schnitt spürbar teurer als für WordPress.
Die eigentliche Kostenfalle liegt nicht in der Software selbst, sondern im Ökosystem. Die hohe Verfügbarkeit von Entwicklern und der starke Wettbewerb im WordPress-Markt drücken die Preise für Entwicklung, Themes, Plugins und Wartung nachhaltig.
Beispielhafte TCO-Analyse über 3 Jahre
Um das Ganze greifbarer zu machen, werfen wir einen Blick auf die geschätzten Gesamtkosten für ein typisches Webprojekt eines mittelständischen Unternehmens über einen Zeitraum von drei Jahren.
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Kostenpunkte zusammensetzen und wo die größten Unterschiede liegen.
Kostenfaktor | WordPress (Beispiel) | TYPO3 (Beispiel) |
|---|---|---|
Initiale Entwicklung & Design | 4.000 € | 12.000 € |
Premium-Plugins/Themes (Jahr 1) | 300 € | 0 € (in Entwicklung enthalten) |
Individuelle Entwicklung (Jahr 2-3) | 1.500 € | 4.000 € |
Hosting (3 Jahre) | 720 € (20 €/Monat) | 1.800 € (50 €/Monat) |
Wartungsvertrag (3 Jahre) | 2.700 € (75 €/Monat) | 7.200 € (200 €/Monat) |
Gesamtkosten (TCO nach 3 Jahren) | 9.220 € | 25.000 € |
Dieses Beispiel macht klar: Die TCO für ein TYPO3-Projekt können schnell fast dreimal so hoch ausfallen wie bei einer vergleichbaren WordPress-Seite.
Für eine genaue Kalkulation Ihrer individuellen Projektkosten können Sie unseren detaillierten Websiterechner nutzen. Damit schaffen Sie eine verlässliche Grundlage für Ihr Budget. Am Ende ist die Wahl des Systems immer auch eine strategische Entscheidung, die Ihre Ausgaben über Jahre hinweg prägen wird.
Für wen eignet sich welches System in der Praxis?
Ein CMS ist kein Selbstzweck. Es ist ein Werkzeug, das genau zu den Abläufen und Zielen eines Unternehmens passen muss. Die theoretischen Unterschiede zwischen WordPress und TYPO3 werden erst dann wirklich greifbar, wenn man sie auf konkrete Situationen im Unternehmensalltag anwendet. Schauen wir uns also an, welches System wo seine Muskeln spielen lässt.
Die Wahl hängt ganz klar von der Unternehmensgröße, der Komplexität der digitalen Prozesse und der geforderten Geschwindigkeit ab. Ein schnell wachsendes Start-up hat völlig andere Prioritäten als ein internationaler Konzern, der strenge Compliance-Vorgaben erfüllen muss.
WordPress: Gebaut für Agilität und schnelles Wachstum
Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Agenturen und dynamische Marketing-Teams ist WordPress oft die erste Wahl. Immer dann, wenn Geschwindigkeit, Flexibilität und eine kurze Time-to-Market den Takt vorgeben, spielt das System sein volles Potenzial aus. Dank der intuitiven Bedienung und des riesigen Ökosystems an Plugins kann man blitzschnell auf Marktveränderungen reagieren.
Hier ein paar typische Szenarien, in denen WordPress glänzt:
Content-Marketing und Corporate Blogs: Kein anderes System macht es Redaktionsteams so leicht, Inhalte zu erstellen, für Suchmaschinen zu optimieren und zu veröffentlichen. Die nahtlose Einbindung von SEO-Tools wie Rank Math oder Yoast ist hier ein riesiger Vorteil.
Schnelle Kampagnen-Websites: Sie brauchen kurzfristig eine Landingpage für ein neues Produkt oder eine Event-Anmeldung? Mit Page-Buildern wie Elementor oder Bricks kann das Marketing-Team das oft komplett eigenständig und ohne Entwicklerunterstützung in wenigen Stunden umsetzen.
E-Commerce für KMU: WooCommerce, das E-Commerce-Plugin für WordPress, hat sich zur weltweit führenden Lösung für kleine bis mittelgroße Onlineshops entwickelt. Es bietet eine kostengünstige und flexible Basis, um den digitalen Vertrieb zu starten und auszubauen.
WordPress ist die unangefochtene Nummer eins, wenn es auf Flexibilität und Geschwindigkeit ankommt. Es ist das ideale Werkzeug für Unternehmen, die ihre digitale Präsenz Schritt für Schritt aufbauen und schnell auf Kundenfeedback oder neue Geschäftschancen reagieren wollen.
TYPO3: Das Fundament für komplexe Enterprise-Strukturen
TYPO3 bewegt sich in einer ganz anderen Sphäre. Es wurde für Umgebungen entwickelt, in denen Struktur, Sicherheit und zentrale Kontrolle die wichtigsten Kriterien sind. Der höhere initiale Aufwand und die damit verbundenen Kosten zahlen sich durch eine unerreichte Stabilität und Skalierbarkeit in komplexen Systemlandschaften aus.
Weltweit läuft WordPress auf beeindruckenden 27 Millionen Websites (das entspricht einem Marktanteil von 35,6 %), während TYPO3 mit 0,5 % eher wie eine Nischenlösung wirkt. Dieser Blickwinkel ändert sich aber schlagartig, wenn man sich nur die reichweitenstärksten Websites ansieht. Innerhalb der Top-100.000 deutschen Websites steigt der relative Anteil von TYPO3 signifikant an. Das beweist seine Stärke in anspruchsvollen, trafficstarken Enterprise-Umgebungen, während WordPress klar den agilen KMU-Bereich dominiert. Weitere Einblicke in die Marktverteilung liefert dieser detaillierte CMS-Vergleich.
Wo ist TYPO3 also die überlegene Wahl?
Globale Konzernportale: Ein Unternehmen mit Dutzenden Ländergesellschaften, Hunderten Domains und diversen Sprachversionen braucht eine zentrale Steuerung. Die Multisite- und Multidomain-Fähigkeiten sind in TYPO3 fest verankert und ermöglichen eine effiziente Verwaltung globaler Inhalte mit lokalen Anpassungen.
Universitäten und öffentliche Einrichtungen: Organisationen mit komplexen Hierarchien und strengen Compliance-Vorgaben schätzen das granulare Rechtemanagement. Man kann exakt festlegen, welcher Mitarbeiter welche Inhalte sehen, bearbeiten oder freigeben darf – ein entscheidender Faktor bei sensiblen Daten.
Intranets und Extranets: Wenn interne Systeme (wie ERP oder CRM) tief in die Website integriert werden müssen, bietet die robuste Architektur von TYPO3 eine stabile und sichere Grundlage. Komplexe Schnittstellen und individuelle Workflows lassen sich hier sauber umsetzen.
Die Entscheidung im Spannungsfeld WordPress vs. TYPO3 ist also keine Frage von "besser" oder "schlechter". Es ist eine strategische Abwägung. Die Kernfrage lautet: Brauchen wir die unkomplizierte Agilität von WordPress, um schnell am Markt zu sein, oder benötigen wir die strukturierte Macht von TYPO3, um komplexe, globale Prozesse sicher und langfristig zu steuern?
Sicherheit und Skalierbarkeit: Mythen vs. Realität
Wenn es um Sicherheit und Skalierbarkeit geht, prallen oft Welten aufeinander. Gerade im direkten Vergleich zwischen WordPress und TYPO3 kursieren hartnäckige Vorurteile, die eine klare Entscheidung erschweren. Zeit, mit den Mythen aufzuräumen und einen Blick auf die Fakten zu werfen.
Das wohl bekannteste Klischee zuerst: WordPress sei per se unsicher. Diese pauschale Aussage hört man oft, aber sie ist schlichtweg falsch und geht an der Realität vorbei. Die Sicherheit einer Website ist kein Merkmal des Systems allein, sondern das Ergebnis professioneller Konfiguration, konsequenter Wartung und einer sorgfältigen Auswahl von Erweiterungen.
Klar, durch seine riesige Verbreitung ist WordPress ein populäres Ziel für Angreifer. Doch genau diese Popularität hat auch ein gigantisches Ökosystem an Sicherheitsexperten und erstklassigen Schutzmechanismen hervorgebracht. Ein professionell betreutes WordPress ist ein sicheres WordPress. Punkt.
So wird WordPress zur Festung
Ein hohes Sicherheitsniveau gibt es bei WordPress nicht geschenkt, es ist das Resultat disziplinierter Arbeit. Für jede seriöse Agentur sind die folgenden Punkte absoluter Standard.
Lückenlose Updates: Der WordPress-Kern, jedes einzelne Plugin und das Theme müssen immer auf dem neuesten Stand sein. Sicherheitslücken werden oft blitzschnell von den Entwicklern geschlossen – aber nur ein sofort eingespieltes Update macht diesen Schutz auch wirksam.
Sorgfältige Plugin-Auswahl: Das offizielle Verzeichnis ist riesig, aber nicht jede Erweiterung ist Gold. Profis achten penibel auf Entwickler-Reputation, Update-Frequenz und Nutzerbewertungen. Qualität vor Quantität.
Aktive Härtungsmaßnahmen: Das ist die Kür. Zusätzliche Konfigurationen wie die Absicherung der Login-Seite, Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und der Einsatz einer Web Application Firewall (WAF) bauen einen zusätzlichen Schutzwall um die Website.
Ein professionell gewartetes WordPress-System steht in Sachen Sicherheit einem TYPO3-Projekt in nichts nach. Die Verantwortung liegt hier ganz klar bei der betreuenden Agentur und dem Betreiber selbst.
TYPO3: Sicherheit als Grundprinzip
TYPO3 wurde von Anfang an mit den komplexen Anforderungen großer Organisationen im Blick entwickelt. Seine Architektur ist von Natur aus geschlossener, und die Anzahl der verfügbaren Extensions ist überschaubarer. Das allein reduziert die potenzielle Angriffsfläche bereits erheblich.
Ein echtes Schwergewicht ist das extrem granulare und tief ins System integrierte Rollen- und Rechtemanagement. Das ist ein entscheidender Vorteil, wenn viele Redakteure mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und komplexen Freigabeprozessen im System arbeiten. Hier lässt sich bis ins kleinste Detail steuern, wer was sehen, bearbeiten und veröffentlichen darf.
TYPO3 liefert eine beeindruckende Sicherheitsbasis direkt ab Werk, die klar auf Enterprise-Level zugeschnitten ist. Diese Stärke hat aber ihren Preis: Sie erfordert hochspezialisiertes Wissen und oft auch eine teurere Betreuung, um sie korrekt zu implementieren und zu warten.
Skalierbarkeit: Wie gut wächst die Website mit?
Wächst die Technik mit dem Erfolg mit? Eine kleine Firmenwebsite hat völlig andere Anforderungen als ein Portal, das nach einer viralen Marketingkampagne plötzlich mit Tausenden gleichzeitigen Zugriffen klarkommen muss.
WordPress skaliert fantastisch, wenn die Infrastruktur stimmt. Hier ist die Skalierbarkeit weniger eine Frage des CMS-Kerns als vielmehr des Hostings und eines smarten Caching-Konzepts. Mit einem potenten Server, serverseitigem Caching und einem Content Delivery Network (CDN) kann WordPress locker Millionen von Seitenaufrufen pro Monat stemmen. Die technische Optimierung der Ladezeiten ist dabei der Schlüssel. Mehr dazu, wie Sie Ihre Page Speed und Website Performance optimieren, erklären wir in einem separaten Beitrag.
TYPO3 hingegen ist von Haus aus auf hohe Komplexität und große Lastspitzen ausgelegt. Seine Architektur wurde von Grund auf dafür konzipiert, komplexe, mehrsprachige und mandantenfähige Strukturen effizient zu managen. Wenn Ihr Geschäftsmodell auf einer globalen Plattform mit Hunderten verknüpften Länder-Websites und Redaktionsteams basiert, ist die native Skalierbarkeit von TYPO3 oft die stabilere und langfristig besser wartbare Wahl. Es kommt also ganz auf den Anwendungsfall und die erwarteten Wachstumssprünge an.
Ihre Checkliste für die richtige CMS-Entscheidung
Nachdem wir uns beide Systeme im Detail angesehen haben, wird es Zeit, diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Denn am Ende des Tages hängt die Wahl zwischen WordPress und TYPO3 immer von den ganz spezifischen Anforderungen Ihres Projekts und den Zielen Ihres Unternehmens ab.
Diese Checkliste soll Ihnen dabei helfen, die entscheidenden Fragen zu stellen und eine fundierte Entscheidung zu treffen, die Ihr Unternehmen wirklich weiterbringt.
Projektziele und Marketing-Agilität
Der erste und wichtigste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie sind Ihre internen Abläufe und wie schnell reagiert Ihr Markt? Die Frage, wie flott Sie auf neue Gegebenheiten reagieren müssen, ist oft der Knackpunkt.
Frage 1: Wie entscheidend ist unsere Time-to-Market? Müssen neue Landingpages, Kampagnen oder Produktinfos innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen online gehen? Wenn die Antwort "Ja" lautet, punktet WordPress mit seiner unkomplizierten und schnellen Handhabung ganz klar.
Frage 2: Wer wird die Inhalte pflegen? Sollen Ihre Marketing-Kollegen ohne tiefes technisches Wissen selbstständig arbeiten können? Der intuitive Editor von WordPress ist hier die deutlich zugänglichere Lösung.
Frage 3: Wie komplex sind unsere Freigabeprozesse? Brauchen Sie wirklich ein mehrstufiges, extrem detailliertes Rechtesystem für Dutzende Redakteure in verschiedenen Abteilungen? Wenn ja, spielt TYPO3 seine Stärken in Sachen Governance voll aus.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Für die überwiegende Mehrheit der mittelständischen Unternehmen ist WordPress die überlegene Wahl, wenn es um Kosten, Flexibilität und Geschwindigkeit geht. TYPO3 ist und bleibt eine Nischenlösung für Konzerne mit hochkomplexen internen Strukturen.
Die folgende Grafik bringt einen entscheidenden Aspekt der Debatte auf den Punkt: Wie sehr die Systemsicherheit von professioneller Wartung abhängt.

Man sieht deutlich: Die Sicherheit eines CMS hängt weniger vom Kernsystem selbst ab als von der professionellen Betreuung, die es erhält.
Budget und technische Ressourcen
Die zweite Säule Ihrer Entscheidung sind die verfügbaren Ressourcen – finanziell und personell. Ein ehrlicher Blick auf die Total Cost of Ownership (TCO) ist hier absolut unerlässlich.
Welches Budget steht für die nächsten drei Jahre zur Verfügung? Denken Sie hier nicht nur an die initialen Entwicklungskosten. Laufende Ausgaben für Hosting, Wartung und künftige Erweiterungen machen oft den Löwenanteil aus. Unsere TCO-Analyse hat gezeigt, dass WordPress hier die spürbar wirtschaftlichere Option ist.
Wie einfach finden wir qualifizierte Entwickler? Der riesige Pool an WordPress-Experten schafft Wettbewerb und hält die Stundensätze auf einem vernünftigen Niveau. Gute TYPO3-Spezialisten sind seltener und entsprechend teurer.
Planen Sie einen kompletten Relaunch? Ein solches Projekt ist eine große Sache und erfordert eine Planung, die weit über die Wahl des CMS hinausgeht. Für einen strukturierten Prozess empfehlen wir unsere ultimative Website-Relaunch-Checkliste für 2025, damit Sie alle wichtigen Schritte im Blick behalten.
Wenn Ihre Antworten immer wieder in Richtung Agilität, Kosteneffizienz und einfache Bedienung gehen, fällt die Entscheidung im Duell WordPress vs TYPO3 eigentlich recht eindeutig aus. Sie bekommen ein flexibles System, das mit Ihrem Unternehmen mitwächst, ohne Ihr Budget zu sprengen.
Häufig gestellte Fragen: WordPress oder TYPO3?
Wenn es um die Wahl zwischen WordPress und TYPO3 geht, stoßen wir in unseren Beratungen immer wieder auf dieselben Fragen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengetragen und geben klare Antworten aus der Praxis, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen können.
Ist TYPO3 wirklich sicherer als WordPress?
Das Gerücht, TYPO3 sei von Haus aus sicherer, ist ein hartnäckiger Mythos. In der Realität ist die Sicherheit einer Website keine Frage des Systems, sondern das Ergebnis von professioneller Konfiguration und konsequenter Wartung.
Ein schlecht gepflegtes TYPO3 mit veralteten Extensions ist eine tickende Zeitbombe – genauso wie eine WordPress-Seite, bei der Updates ignoriert werden. Umgekehrt ist ein professionell betreutes WordPress, das durch regelmäßige Updates und Härtungsmaßnahmen geschützt wird, eine absolut sichere Plattform.
Die entscheidenden Sicherheitsmaßnahmen sind bei beiden Systemen gleich:
Regelmäßige Updates: Systemkern, Plugins und Themes müssen immer aktuell sein. Ohne Ausnahme.
Starke Passwörter und 2-Faktor-Authentifizierung (2FA): Diese Basics machen es Angreifern ungleich schwerer.
Sorgfältige Auswahl von Erweiterungen: Setzen Sie nur auf Plugins und Extensions von bekannten Entwicklern mit gutem Ruf.
Ein CMS ist immer nur so sicher wie das schwächste Glied in der Kette. Professionelle Wartung ist der Schlüssel – nicht das Systemlogo auf der Login-Seite.
Kann ich mit WordPress auch komplexe, mehrsprachige Websites bauen?
Ja, absolut. TYPO3 ist zwar bekannt für seine nativen Multisite- und Mehrsprachigkeitsfunktionen, doch WordPress hat hier gewaltig aufgeholt. Plugins wie WPML (WordPress Multilingual Plugin) oder Polylang sind heute extrem ausgereifte Werkzeuge für internationale Webprojekte.
Für die allermeisten Anwendungsfälle, selbst bei Websites mit zehn oder zwanzig Sprachen, ist WordPress heute eine hocheffiziente und vor allem intuitiv bedienbare Lösung. Redaktionsteams können Übersetzungen kinderleicht verwalten, ohne technisches Know-how zu benötigen.
TYPO3 spielt seine Stärken erst in Extremszenarien aus. Denken Sie an globale Konzernportale mit hunderten Sprachvarianten, komplexen Vererbungsregeln für Inhalte über Länder hinweg und einer tief integrierten Multisite-Architektur. Für den klassischen Mittelständler rechtfertigt dieser enorme Mehraufwand die Kosten aber nur selten.
Wann lohnt sich der Aufwand für TYPO3 heute überhaupt noch?
Auch wenn WordPress für die meisten Unternehmen die agilere und wirtschaftlichere Wahl ist, gibt es immer noch Nischen, in denen TYPO3 die bessere Entscheidung sein kann. Der höhere Aufwand in Entwicklung und Wartung zahlt sich dann aus, wenn die Kernkompetenzen des Systems wirklich unverzichtbar sind.
Spezifische Szenarien für TYPO3 sind zum Beispiel:
Extrem granulare Berechtigungen: Wenn in einem Großkonzern Dutzende Redakteure mit komplexen, mehrstufigen Freigabeworkflows arbeiten müssen, ist das native Rechtemanagement von TYPO3 einfach überlegen.
Anbindung an Altsysteme: Bei der tiefen Integration in bestehende, teils veraltete Unternehmenssoftware (spezielle ERP- oder CRM-Systeme) kann die strukturierte Architektur von TYPO3 ein Vorteil sein.
Strenge Compliance-Vorgaben: In manchen Branchen oder bei öffentlichen Auftraggebern gibt es strikte Vorgaben, die eine zentralisierte Systemarchitektur erfordern, wie sie TYPO3 von Haus aus mitbringt.
Man muss aber klar sagen: Das sind Ausnahmen. Für über 90 % der Unternehmenswebsites ist WordPress heute die flexiblere, schnellere und kostengünstigere Alternative.
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