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Xing vs LinkedIn Welches Netzwerk für Ihr Unternehmen wirklich zählt

  • vor 3 Stunden
  • 13 Min. Lesezeit

Auf den Punkt gebracht, lässt sich der grundlegende Unterschied zwischen Xing und LinkedIn mit einer einzigen Frage klären: Geht es Ihnen um lokale Tiefe oder globale Breite? Xing ist die erste Wahl für den DACH-Markt, perfekt für regionales Recruiting und B2B-Kontakte im Mittelstand. LinkedIn hingegen ist das globale Kraftpaket, wenn internationales Branding, Thought Leadership und die Vernetzung in zukunftsorientierten Branchen im Vordergrund stehen.


Xing vs. LinkedIn: Die strategische Entscheidung für den DACH-Raum


Für jedes Unternehmen, das im deutschsprachigen Raum – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – aktiv ist, ist die Wahl der richtigen Business-Plattform eine wichtige Weiche. Es reicht nicht, einfach nur online zu sein. Man muss genau dort sein, wo sich die eigene Zielgruppe tummelt, egal ob es sich dabei um Kunden oder potenzielle Mitarbeiter handelt. Die Entscheidung zwischen Xing und LinkedIn hängt daher ganz klar von den individuellen Unternehmenszielen ab.


Beide Netzwerke bieten ein professionelles Umfeld, doch ihre Ausrichtung und die Mentalität ihrer Nutzer könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Xing seine Muskeln vor allem im lokalen Markt spielen lässt, hat sich LinkedIn längst als internationaler Standard durchgesetzt.


Die Kernunterschiede auf einen Blick


Im DACH-Raum ist die Sache nicht ganz so einfach, denn beide Plattformen haben hierzulande eine beachtliche Nutzerbasis. Xing hat mit rund 22,1 Millionen Mitgliedern zahlenmäßig leicht die Nase vorn und punktet vor allem beim lokalen Netzwerken. Laut Statista ist ein Drittel der Nutzer in leitenden Positionen tätig, was die Plattform für gezielte B2B-Anfragen in etablierten Branchen oft unglaublich effizient macht.


Die folgende Tabelle bringt die wichtigsten Unterschiede auf den Punkt und soll als schnelle Entscheidungshilfe dienen.


Xing vs. LinkedIn: Wichtige Unterschiede auf einen Blick


Diese Tabelle fasst die zentralen Unterscheidungsmerkmale zusammen und bietet eine schnelle Entscheidungshilfe für Unternehmen im DACH-Raum.


Kriterium

Xing

LinkedIn

Geografischer Fokus

Stark auf die DACH-Region konzentriert

Global, mit starker Präsenz im DACH-Raum

Primäre Zielgruppe

Mittelstand, traditionelle Branchen

Internationale Konzerne, Tech, Start-ups

Hauptanwendung

Recruiting, lokales Networking, Events

Content-Marketing, Branding, globale Vernetzung

Content-Kultur

Eher zurückhaltend, Fokus auf Jobs & Events

Dynamisch, Fokus auf Fachartikel & Videos


Diese Übersicht macht deutlich: Die Wahl hängt direkt von Ihrer Geschäftsstrategie ab. Geht es um regionale Marktdurchdringung oder streben Sie eine internationale Expansion an?


Der folgende Entscheidungsbaum visualisiert diesen Gedanken und zeigt, welche Plattform für welches Ziel – DACH-Fokus oder globale Reichweite – die bessere Wahl ist.


Entscheidungsbaum zum Vergleich von Xing und LinkedIn, basierend auf Zielgruppe (DACH) und globaler Reichweite für die Plattformauswahl.


Die Grafik bringt die strategische Kernfrage auf den Punkt: Bespielen Sie primär den deutschsprachigen Markt oder wollen Sie auch international sichtbar werden?


Analyse der Nutzerbasis und Zielgruppen im DACH-Markt


Die bloße Mitgliederzahl erzählt nur einen Teil der Geschichte. Viel wichtiger ist, wer sich hinter den Profilen verbirgt und wie aktiv diese Personen wirklich sind. Im Vergleich Xing vs LinkedIn zeigen sich dabei erhebliche Unterschiede über die reine Geografie hinaus.


Xing ist tief im deutschsprachigen Mittelstand verwurzelt. Vor allem Fach- und Führungskräfte aus etablierten Branchen tummeln sich hier. Ingenieure im Maschinenbau, Expertinnen in der Fertigung und Entscheider aus Handwerksbetrieben bilden das Herzstück der Community.


LinkedIn richtet sich global aus und spricht eine jüngere, häufig digitalaffine Audience an. Internationale Konzerne, Tech-Start-ups und IT-Spezialisten dominieren das Netzwerk. Wer von Beginn an auf weltweite Skalierung setzt, fühlt sich hier zuhause.


Branchenfokus und Unternehmensgröße


Die Zusammensetzung der Unternehmen auf beiden Plattformen spiegelt deren Kernkompetenzen wider. Suchen Sie etwa einen Vertriebsleiter für ein Produktionsunternehmen in Baden-Württemberg, bietet Xing die besseren Chancen.


Hier ein Überblick über typische Firmenstrukturen:


  • Xing: Vorwiegend KMU mit bis zu 500 Mitarbeitern. Starke Präsenz in Industrie, Baugewerbe, Gesundheitswesen und klassischen Dienstleistungsbereichen.

  • LinkedIn: Großer Anteil an international tätigen Konzernen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Schwerpunkte liegen in Software, IT-Services, Marketing, Finanzdienstleistungen und Consulting.


Für B2B-Anbieter aus dem Maschinenbau ist Xing der schnellere Weg zu relevanten Kontakten und Leads. Ein SaaS-Startup mit internationalem Anspruch erreicht seine Zielgruppen dagegen effizienter über LinkedIn.


Organische Reichweite und Algorithmus


Bei Xing bleibt die organische Reichweite vergleichsweise stabil und planbar. Allerdings ist sie auf das lokale Netzwerk im DACH-Raum begrenzt. LinkedIn dagegen setzt auf virale Effekte und kann den gleichen Beitrag in Windeseile global streuen – die Performance hängt aber stark vom Engagement ab.

In der Praxis heißt das: Ein tiefgehender Fachartikel zur VDE-Norm erreicht auf Xing eine fokussierte Gruppe von Expertinnen und Experten. Die Interaktionen sind nachvollziehbar und berechenbar.


Auf LinkedIn wiederum kann ein emotionales Video zur Teamkultur plötzlich hunderttausende Nutzer weltweit erreichen – oder auch unbemerkt versanden. Deshalb empfiehlt sich für Xing eine Content-Strategie, die auf kontinuierliche, lokale Fachexpertise setzt.


LinkedIn eignet sich ideal für Thought-Leadership-Inhalte mit internationaler Reichweite. Hier lohnt es sich, Stories und visuelle Formate einzusetzen, um Buzz zu erzeugen.


Eine präzise Analyse Ihrer Zielgruppe bleibt der erste und wichtigste Schritt in der Debatte Xing vs LinkedIn. Nur so lassen sich Reichweite, Ansprache und Ressourcen effektiv auf Ihre Unternehmensziele ausrichten.


Marketing und Vertrieb in der Praxis: Ein Blick unter die Haube


Für erfolgreiches Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb braucht man die richtigen Werkzeuge. Schaut man sich Xing und LinkedIn im direkten Vergleich an, wird schnell klar: Beide Plattformen verfolgen eine grundlegend andere Philosophie. Das wirkt sich auf alles aus – von der Art, wie man sein Unternehmen präsentiert, über die Content-Strategie bis hin zur bezahlten Werbung.


Schon beim Unternehmensprofil fängt es an. Hier gibt LinkedIn Unternehmen deutlich mehr Spielraum für visuelles Storytelling. Man kann die eigene Firmenkultur mit Videos, Stimmen aus dem Team und detaillierten Einblicken lebendig werden lassen. Xing ist da viel pragmatischer und konzentriert sich auf Fakten: Stellenanzeigen, Produkte, Pressemitteilungen. Das Ganze wirkt eher wie eine erweiterte, digitale Visitenkarte.


Diese unterschiedliche Ausrichtung zieht sich wie ein roter Faden durch den Newsfeed. Der Algorithmus von LinkedIn ist ganz klar darauf ausgelegt, Engagement zu belohnen. Ein guter Beitrag kann dort regelrecht viral gehen und eine enorme Reichweite erzielen. Bei Xing hingegen dominieren Netzwerkaktivitäten und Job-Updates den Feed, was die organische Verbreitung von klassischen Marketinginhalten spürbar bremst.


Gruppen und Events als strategische Nischen


Ein wirklich wesentlicher Unterschied zeigt sich bei den Gruppen. Xing-Gruppen sind oft noch echte, geschlossene Fachforen, in denen man sich auf hohem Niveau austauschen kann. Sie sind perfekt, um sich als Experte im DACH-Raum zu positionieren, weil hier wirklich diskutiert wird – und plumpe Werbung schnell auffliegt.


LinkedIn-Gruppen haben dagegen einen viel globaleren und offeneren Charakter. Sie funktionieren häufig als Distributionskanal für Content-Marketing. Unternehmen teilen dort ihre Fachartikel und stoßen Debatten an, was sie zu einem starken Hebel für die Lead-Generierung macht.


Auch bei Events trennt sich die Spreu vom Weizen:


  • Xing hat seine Wurzeln und Stärken ganz klar bei lokalen Präsenzveranstaltungen. Wer Messen, Workshops oder Netzwerktreffen im deutschsprachigen Raum promoten will, ist hier oft goldrichtig.

  • LinkedIn hingegen ist die erste Wahl für internationale, virtuelle Events. Webinare und Online-Konferenzen lassen sich hier mühelos skalieren, und die Plattform liefert die passenden Werkzeuge zur Teilnehmergewinnung gleich mit.


Diese strategischen Feinheiten sind das A und O für ein Social-Media-Marketing für Unternehmen, das wirklich Früchte trägt. Die Wahl der Plattform bestimmt hier maßgeblich die gesamte Event-Strategie.


Was leisten die Werbeplattformen wirklich?


Sobald es um bezahlte Anzeigen geht, spielt LinkedIn seine Muskeln voll aus. Die Werbeplattform LinkedIn Ads ist ein Traum für jeden B2B-Marketer: Man kann seine Zielgruppe extrem präzise nach Branche, Unternehmensgröße, Seniorität oder sogar nach spezifischen Skills eingrenzen. Das macht sie zur Waffe der Wahl für komplexe B2B-Kampagnen.


Xing Ads sind bodenständiger und auf den DACH-Markt zugeschnitten. Das Targeting ist einfacher gehalten, aber für bestimmte Ziele absolut effektiv – etwa für Recruiting-Kampagnen oder die Bewerbung von Events mit starkem lokalem Bezug.


Auf den Punkt gebracht: LinkedIn ist die Maschine für Content- und Performance-Marketing mit internationaler Reichweite. Xing punktet im gezielten Community-Aufbau und beim Event-Marketing im DACH-Raum. Die Entscheidung hängt also nicht davon ab, welche Plattform „besser“ ist, sondern welche besser zu Ihrer Strategie und Zielgruppe passt.

Aktuelle Zahlen bestätigen das. Gerade wenn es um die Interaktion mit Inhalten und die Generierung von Leads geht, hat LinkedIn in Deutschland die Nase vorn. Eine Analyse zeigt, dass LinkedIn-Nutzer 3,7-mal häufiger mit Business-Content interagieren als Xing-Nutzer. Auch die B2B-Lead-Konversionsrate ist mit 2,74 % bei LinkedIn deutlich höher als bei Xing mit 1,89 %. Gleichzeitig ist der Cost per Lead (CPL) mit 37 bis 58 Euro tendenziell günstiger als bei Xing (42 bis 63 Euro). Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig eine fundierte Plattformwahl für den Budgeteinsatz ist.


Recruiting und Employer Branding: Der Kampf um die besten Köpfe


Im Ringen um qualifizierte Fachkräfte ist die Wahl der richtigen Plattform für Recruiting und Employer Branding längst keine Nebensache mehr. Sie ist ein absolut zentraler Hebel für den Erfolg. Die Entscheidung zwischen Xing und LinkedIn legt den Grundstein dafür, welche Talente Sie überhaupt erreichen und wie Ihre Arbeitgebermarke draußen wahrgenommen wird. Es geht nicht mehr nur darum, eine Stellenanzeige online zu stellen – es geht darum, eine authentische und anziehende Identität als Arbeitgeber zu formen.


Xing verteidigt seine Bastion im DACH-Raum mit einem cleveren strategischen Schachzug: der nahtlosen Einbindung der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu. Diese Synergie schafft ein in sich geschlossenes Ökosystem, in dem Bewerber nicht nur Jobs finden, sondern sich gleichzeitig ein ungefiltertes Bild von der Unternehmenskultur machen können. Für deutsche KMU ist das Gold wert, um bei lokalen Fachkräften Vertrauen aufzubauen.


Xing: Der Platzhirsch für den deutschen Mittelstand


Xing ist und bleibt die Go-to-Plattform, wenn es um Fach- und Führungspositionen im Herzen der deutschen Wirtschaft geht. Suchen Sie einen erfahrenen Ingenieur für ein mittelständisches Produktionsunternehmen in Nordrhein-Westfalen? Oder eine versierte Buchhalterin für einen Familienbetrieb in Bayern? Dann ist die Trefferquote auf Xing oft deutlich höher.


Die Stärke der Plattform liegt in der enormen Dichte an Profilen mit klassischer dualer Ausbildung und jahrelanger Berufserfahrung in traditionellen Branchen. Die Nutzer hier sind häufig tief in ihren regionalen Märkten verwurzelt und suchen ganz gezielt nach Stabilität und langfristigen Karriereperspektiven.


Xing hat den deutschen Mittelstand und den dazugehörigen Recruiting-Markt fest im Griff, während LinkedIn eher die globalen Konzerne bedient. Diese Trennung ist der springende Punkt: Rund ein Drittel der Xing-Nutzer sind Führungskräfte, vor allem in KMU. Das steht im klaren Gegensatz zu LinkedIns Fokus auf Großunternehmen.

In Deutschland allein zählt Xing über 17 Millionen Mitglieder, LinkedIn kommt auf 14 Millionen. Die wahre Macht entfaltet Xing aber erst durch die Verknüpfung mit Kununu, was dem Netzwerk eine einzigartige Position im Kampf um Talente sichert. Eine Analyse des Adecco-Stellenindex unterstreicht zudem branchenspezifische Unterschiede und erklärt, warum Xing mit über 21 Millionen Nutzern in der DACH-Region besonders in lokalen Fachgruppen und bei Events punktet. Mehr dazu kann man in den Plattformunterschieden auf business-services.heise.de nachlesen.


LinkedIn: Das globale Schaufenster für Top-Talente


Ganz anders positioniert sich LinkedIn: als das globale Netzwerk, um hochqualifizierte Spezialisten, internationale Führungskräfte und Talente in Zukunftsbranchen wie IT, Digitalwirtschaft oder Consulting anzusprechen. Wenn Sie einen KI-Spezialisten mit internationaler Projekterfahrung suchen oder eine Marketing-Managerin für den globalen Launch eines SaaS-Produkts, dann ist LinkedIn die unangefochtene Nummer eins.


Hier zählen weniger die regionalen Wurzeln, sondern vielmehr spezifische Fähigkeiten, globale Vernetzung und Vordenkertum. Unternehmen nutzen LinkedIn gezielt, um sich als innovative und international agierende Arbeitgeber zu inszenieren. Der strategische Aufbau einer starken Arbeitgebermarke – durch hochwertigen Content, authentische Mitarbeiterstimmen und ehrliche Einblicke in die Unternehmenskultur – ist hier ein Kernbestandteil jeder Recruiting-Strategie. Wie Sie gezielt Employer Branding für den Mittelstand aufbauen, zeigen wir Ihnen in unserem weiterführenden Artikel.


Die Recruiting-Tools im direkten Vergleich


Beide Plattformen bieten mächtige, spezialisierte Werkzeuge für Recruiter, die sich in ihrem Ansatz und ihrer Zielgruppe aber deutlich unterscheiden.


Schauen wir uns das Ökosystem für die Talentgewinnung einmal genauer an. Die Tools sind weit mehr als nur Suchmaschinen für Profile; sie spiegeln die strategische Ausrichtung der jeweiligen Plattform wider.


Vergleich der Recruiting-Ökosysteme


Eine Gegenüberstellung der spezifischen Tools und strategischen Vorteile für Recruiting und Employer Branding auf beiden Plattformen.


Funktion / Aspekt

Xing

LinkedIn

Primäre Zielgruppe

Fach- & Führungskräfte im DACH-Raum, besonders Mittelstand.

Globale Spezialisten, internationale Führungskräfte, Konzerne.

Kern-Tool

Xing TalentManager

LinkedIn Recruiter

Stärke der Suche

Präzise Suche nach deutschen Berufsbezeichnungen & regionalen Kriterien.

Granulare Filter für globale Skills, Branchen & Konzernerfahrung.

Einzigartiger Vorteil

Direkte Integration von Kununu-Daten (Wechselmotivation, Kultur-Fit).

Unübertroffene Reichweite, Ansprache passiver Kandidaten via InMail.

Employer Branding

Fokus auf das Kununu-Profil & lokale Event-Präsenz.

Content-Strategie, Thought Leadership, Unternehmens- & Karriereseiten.

Ideal für...

...die gezielte Besetzung von Positionen im deutschsprachigen Markt.

...den Aufbau globaler Teams und die Suche nach Nischen-Spezialisten.


Die Tabelle macht deutlich: Es geht nicht um "besser" oder "schlechter", sondern um den perfekten Fit für Ihre individuelle Recruiting-Strategie.


Zusammengefasst hat Xing klar die Nase vorn, wenn es um das gezielte Recruiting von Fachkräften für den deutschsprachigen Mittelstand geht. LinkedIn ist hingegen absolut unverzichtbar für jedes Unternehmen, das im globalen Wettbewerb um die besten Spezialisten und internationalen Führungskräfte bestehen will.


Praxis-Szenarien: Welche Plattform passt zu welchem Unternehmen?


Theorie ist das eine, die Praxis im Unternehmensalltag aber etwas ganz anderes. Die Entscheidung zwischen Xing und LinkedIn fällt leichter, wenn man sich von pauschalen Empfehlungen löst. Stattdessen kommt es knallhart auf Ihr Geschäftsmodell, Ihre Zielgruppe und Ihre Wachstumspläne an.


Sehen wir uns drei typische Szenarien an. Betrachten Sie sie als Blaupausen, die Ihnen helfen, die Stärken der jeweiligen Plattform gezielt für sich auszuspielen und im Duell Xing vs LinkedIn die richtigen Weichen zu stellen.


Szenario 1: Der lokale B2B-Dienstleister im Mittelstand


Stellen wir uns ein mittelständisches IT-Systemhaus in Süddeutschland vor. Das Kerngeschäft? Neue B2B-Kunden gewinnen, und zwar in einem klar abgesteckten Radius von 100 Kilometern. Die Ansprechpartner sind IT-Leiter und Geschäftsführer von KMU aus klassischen Branchen wie Maschinenbau oder Fertigung.


Hier ist Xing die strategisch klar überlegene Wahl.


  • Präziser Netzwerkaufbau: Die gezielte Suche nach Entscheidern über Postleitzahl und Branche ist auf Xing unschlagbar. Wer in regionalen Fachgruppen wie „IT-Sicherheit für KMU in Bayern“ aktiv ist, baut direkt relevante Kontakte und vor allem Vertrauen auf.

  • Relevante Inhalte: Statt globaler Trend-Artikel zünden hier praxisnahe Beiträge mit lokalem Bezug. Ein Beispiel: Ein kurzer Fachbeitrag über die erfolgreiche DSGVO-Umsetzung bei einem bekannten Produktionsbetrieb aus der Region. Das schafft Nähe und Glaubwürdigkeit.

  • Lokale Events: Ein „Cybersecurity-Frühstück für den Mittelstand“ lässt sich über die Xing-Eventseite perfekt bewerben und erreicht ohne Streuverluste genau die richtige Zielgruppe vor Ort.


Xings große Stärke ist die Hyperlokalität. Für jedes Unternehmen, dessen Erfolg an regionalen Geschäftsbeziehungen hängt, ist die Plattform ein unschätzbares Ökosystem. Hier kommt man direkt mit den richtigen Entscheidern ins Gespräch.

LinkedIn spielt für ein solches Unternehmen höchstens eine Nebenrolle, etwa um globale Tech-Trends im Auge zu behalten. Die aktive Kundengewinnung findet aber fast ausschließlich auf Xing statt. Wenn Sie tiefer in die Welt der B2B-Kundenakquise eintauchen wollen, liefert Ihnen unser Guide zur B2B-Lead-Generierung noch mehr praxiserprobte Strategien.


Szenario 2: Das international skalierende Tech-Unternehmen


Jetzt der Gegenentwurf: ein SaaS-Unternehmen aus Berlin mit einer innovativen Projektmanagement-Software. Die Zielgruppe ist global – vom Start-up im Silicon Valley bis zum Konzern in Singapur. Das Ziel? Eine weltweit anerkannte Marke aufbauen und sich als Vordenker der Branche etablieren.


In diesem Fall ist LinkedIn die absolut dominante Plattform.


  • Globales Branding: Hochwertige Fachartikel und Whitepaper auf Englisch positionieren das Unternehmen als internationalen Experten. Ein Video, in dem der CEO die Zukunft der Arbeit skizziert, hat hier das Potenzial, viral zu gehen und eine enorme Reichweite aufzubauen.

  • Internationales Recruiting: Die Suche nach internationalen Toptalenten – sei es ein Country Manager für den US-Markt oder ein Entwickler aus Osteuropa – ist mit dem LinkedIn Recruiter um ein Vielfaches effizienter.

  • Globale Werbekampagnen: Mit LinkedIn Ads lassen sich Werbekampagnen messerscharf auf bestimmte Branchen (z. B. Softwareentwicklung), Unternehmensgrößen und Jobtitel (z. B. CTO, Head of Product) weltweit ausrichten.


Für dieses Unternehmen wäre Xing höchstens für die Suche nach deutschsprachigem Support-Personal interessant. Die gesamte Marketing- und Vertriebsenergie sollte sich voll und ganz auf LinkedIn konzentrieren.


Szenario 3: Der Freiberufler oder Berater mit dualer Strategie


Nehmen wir einen selbstständigen Marketingberater. Er möchte sowohl lokale KMU ansprechen als auch größere, international aufgestellte Firmen gewinnen. Sein Ziel ist eine gesunde Mischung aus kurzfristiger Projektakquise und dem langfristigen Aufbau seiner Personenmarke als gefragter Experte.


Für dieses Profil ist eine kombinierte Strategie auf beiden Plattformen der Schlüssel zum Erfolg. Man muss das Beste aus beiden Welten zusammenbringen.


  1. Xing für die lokale Akquise: * Aktiv netzwerken: Gezielt Marketingleiter von Mittelständlern in der eigenen Region ansprechen. * Kompetenz zeigen: In relevanten Fachgruppen Fragen beantworten und durch fundierte Beiträge auf sich aufmerksam machen.

  2. LinkedIn für das Personal Branding: * Experten-Content erstellen: Regelmäßig Beiträge zu überregionalen Marketing-Trends und strategischen Ansätzen veröffentlichen. * International vernetzen: Kontakte zu Branchenkollegen und potenziellen Kunden weltweit aufbauen, um den eigenen Horizont zu weiten und neue Impulse zu bekommen.


Diese zweigleisige Herangehensweise ist clever: Sie nutzt die regionale Stärke von Xing für die direkte Projektgewinnung und zugleich die globale Reichweite von LinkedIn, um eine nachhaltige Expertenmarke aufzubauen.


Häufige Fragen aus der Praxis: Xing oder LinkedIn?


Wer sich im deutschsprachigen Raum mit beruflichem Netzwerken beschäftigt, stößt unweigerlich auf die Gretchenfrage: Xing oder LinkedIn? In meinen Gesprächen mit Unternehmern, HR-Managern und Marketing-Teams kommen immer wieder dieselben Punkte auf. Hier sind die Antworten auf die drängendsten Fragen, die Ihnen helfen, die richtige strategische Entscheidung für Ihr Unternehmen zu treffen.


Hat Xing in Deutschland überhaupt noch eine Zukunft?


Ja, absolut. Wer Xing bereits abgeschrieben hat, übersieht seine nach wie vor enorme Bedeutung für den deutschsprachigen Markt. Gerade wenn es um das Recruiting von Fachkräften aus dem Mittelstand oder um gezieltes B2B-Networking in etablierten, oft traditionelleren Branchen geht, ist Xing oft die erste Anlaufstelle.


Der entscheidende Vorteil, den LinkedIn so nicht bieten kann, ist die nahtlose Integration mit Kununu, der führenden Plattform für Arbeitgeberbewertungen. Für Unternehmen, die gezielt im DACH-Raum suchen und ihre Employer Brand stärken wollen, bleibt Xing damit ein mächtiges Werkzeug. Wenn Sie also primär regionale Geschäftskontakte pflegen und Fachpersonal im Mittelstand ansprechen, ist Xing weiterhin eine feste Größe.


Welche Plattform ist für B2B-Marketing besser?


Das ist die klassische Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Es kommt ganz darauf an, wen Sie erreichen und was Sie bewirken wollen. Beide Plattformen haben ihre ganz eigenen Spielregeln und Stärken.


  • LinkedIn ist der klare Favorit für internationales B2B-Marketing. Wenn Sie als Vordenker wahrgenommen werden möchten, Content mit globaler Reichweite streuen oder internationale Märkte erschließen wollen, führt kein Weg an LinkedIn vorbei. Der Algorithmus ist darauf ausgelegt, relevante Inhalte weit über das eigene Netzwerk hinaus zu verbreiten.

  • Xing spielt seine Stärken aus, wenn Sie eine sehr spitze Zielgruppe im deutschen Mittelstand adressieren. Für die Lead-Generierung in Nischen-Fachgruppen oder die Promotion regionaler Business-Events ist Xing oft der direktere und unkompliziertere Weg.


Müssen wir uns für eine Plattform entscheiden oder gehen auch beide?


Für immer mehr Unternehmen im DACH-Raum ist die Antwort klar: eine duale Strategie. Statt sich in ein Entweder-oder zu zwängen, nutzen sie die Stärken beider Netzwerke gezielt für unterschiedliche Ziele.


Eine duale Strategie ist kein fauler Kompromiss, sondern eine clevere Bündelung von Kräften. Sie ermöglicht es, den Heimatmarkt präzise zu bedienen und gleichzeitig eine globale Marke aufzubauen, ohne in die „One-size-fits-all“-Falle zu tappen.

Wie könnte das in der Praxis aussehen? Ganz einfach:


  1. Xing für HR und Vertrieb im DACH-Raum: Nutzen Sie die Plattform ganz gezielt für das Recruiting deutschsprachiger Fachkräfte und zur Pflege Ihrer regionalen Geschäftskontakte.

  2. LinkedIn für Marketing und internationales Branding: Positionieren Sie hier Ihr Unternehmen als Branchenexperte, teilen Sie hochwertigen Content und bauen Sie Ihre internationale Präsenz aus.


Wo bekomme ich mehr organische Reichweite für meine Inhalte?


Hier unterscheiden sich die Plattformen fundamental. LinkedIn bietet das Potenzial für eine explosionsartige, aber auch unberechenbare Reichweite. Ein gut gemachter Beitrag kann hier viral gehen und eine Sichtbarkeit erreichen, die auf Xing undenkbar wäre. Der Algorithmus liebt Inhalte, die Interaktionen auslösen.


Auf Xing ist die organische Reichweite hingegen stabiler, kalkulierbarer, aber eben auch kleiner und auf den DACH-Raum begrenzt. Inhalte verbreiten sich hier weniger wie ein Lauffeuer, sondern zirkulieren gezielt in Fachgruppen und im direkten Netzwerk. Das klingt vielleicht nach weniger, kann aber für die gezielte Ansprache einer Nischenzielgruppe deutlich effizienter sein. Es ist also eine strategische Frage: Setzen Sie auf den möglichen viralen Volltreffer oder auf eine konstante, fokussierte Präsenz?



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