Farben corporate design: Farben, die Ihre Marke unverwechselbar machen
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Die richtigen Farben im Corporate Design sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie sind ein strategischer Anker Ihrer Markenidentität. Farben prägen den ersten Eindruck, bauen unterbewusst Vertrauen auf und sorgen dafür, dass Ihre Marke im Kopf bleibt. Eine klug gewählte Farbpalette ist kein Luxus, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit.
Wie Farben das Fundament Ihrer Markenidentität bilden
Versuchen Sie mal, eine bekannte Marke ohne ihre Farben zu erkennen – fast unmöglich, oder? Farben sind die visuelle Kurzschrift Ihres Unternehmens. Sie kommunizieren Werte, Charakter und Emotionen, oft lange bevor auch nur ein einziges Wort gelesen wird. Damit sind sie das Herzstück jedes Corporate Designs und ein unheimlich starkes Werkzeug, um sich vom Wettbewerb abzuheben.
Eine strategisch entwickelte Farbpalette ist wie das Fundament eines Hauses: Man nimmt es vielleicht nicht bewusst wahr, aber es trägt die gesamte Konstruktion. Ohne dieses stabile Fundament wirkt selbst die schönste Architektur wackelig und unbeständig. Genauso sorgt eine klare Farbstrategie dafür, dass Ihre Marke auf allen Kanälen – von der Website über Social Media bis zur Visitenkarte – einen stimmigen und professionellen Eindruck hinterlässt.

Warum eine bewusste Farbwahl so entscheidend ist
Die Wirkung von Farben geht tief unter die Oberfläche reiner Ästhetik. Sie beeinflussen direkt, wie Ihre Zielgruppe denkt, fühlt und handelt. Eine durchdachte Farbgebung kann handfeste Ergebnisse liefern:
Den Wiedererkennungswert massiv steigern: Studien belegen, dass Farben die Markenbekanntheit um bis zu 80 % erhöhen können. Denken Sie nur an das leuchtende Rot von Coca-Cola oder das vertraute Blau von Nivea – diese Farben sind die Marke.
Emotionale Verbindungen knüpfen: Jede Farbe löst unbewusste Assoziationen aus. Ein energiegeladenes Orange kann Begeisterung wecken, während ein sattes Grün für Vertrauen und Naturverbundenheit steht. Diese emotionalen Signale bauen eine unsichtbare Brücke zu Ihren Kunden.
Kaufentscheidungen beeinflussen: Bis zu 90 % der spontanen Kaufentscheidungen basieren allein auf der Farbe eines Produkts. Der richtige Farbton kann Ihr Angebot attraktiver machen und sogar die wahrgenommene Qualität steigern.
Gerade für mittelständische Unternehmen ist eine kluge Strategie für Farben im Corporate Design entscheidend, um in der digitalen Flut nicht unterzugehen und sich als ernstzunehmender Partner zu etablieren.
Eine Marke ist nicht nur ein Logo oder ein Produkt. Sie ist das Bauchgefühl, das ein Mensch hat, wenn er mit Ihrem Unternehmen in Berührung kommt. Farben sind das wichtigste Werkzeug, um dieses Gefühl gezielt zu formen.
Am Ende des Tages verstärkt die richtige Farbwahl Ihre Botschaft, ganz ohne Worte. Sie sorgt dafür, dass Ihre Marke nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt wird. In den nächsten Abschnitten tauchen wir tiefer ein und klären, wie Sie die Psychologie der Farben für sich nutzen, eine funktionale Palette entwickeln und diese technisch sauber für Print und Digital umsetzen. So wird Ihre Farbwahl zu einer echten Investition in die Zukunft Ihrer Marke.
Die Psychologie der Farben: Wie Sie Ihre Marke fühlbar machen
Farben sind eine Sprache, die jeder instinktiv versteht. Noch bevor wir ein Wort lesen oder ein Logo bewusst wahrnehmen, hat die Farbwahl in unserem Kopf bereits eine emotionale Weiche gestellt. Das ist kein Zufall, sondern eines der wirkungsvollsten Instrumente im Corporate Design.
Die richtige Farbe kann Vertrauen aufbauen, den Appetit anregen oder ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugen. Es geht darum, eine bewusste Entscheidung zu treffen, die Ihre Markenpersönlichkeit einfängt und bei Ihrer Zielgruppe genau die richtigen Saiten zum Klingen bringt. So wird die Wahl der Farben für Ihr Corporate Design zu einem stillen, aber unglaublich wirkungsvollen Dialog mit Ihren Kunden.
Die Sprache der Farben verstehen
Jede Farbe ist mit einem ganzen Bündel an Assoziationen aufgeladen. Diese Bedeutungen sind zwar kulturell geprägt, aber in ihren Grundzügen oft erstaunlich universell. Sehen Sie diese nicht als starre Regeln, sondern als einen wertvollen Kompass für Ihre Markenstrategie.
Ein Tech-Startup wählt oft Blau – nicht, weil es gerade angesagt ist, sondern weil Blau für Kompetenz, Sicherheit und Zuverlässigkeit steht. Der Hersteller einer Bio-Limonade greift fast intuitiv zu Grün, um Frische, Natur und Gesundheit zu signalisieren. Das sind keine zufälligen Entscheidungen, sondern gezielte psychologische Botschaften.
Die wahre Kunst besteht darin, nicht einfach nur eine schöne Farbe auszuwählen. Es geht darum, die eine Farbe zu finden, die die Geschichte und die Werte Ihrer Marke am authentischsten erzählt. Sie ist der emotionale Ankerpunkt Ihrer gesamten visuellen Identität.
Ihre Farbwahl sollte niemals willkürlich sein. Die entscheidende Frage lautet: Welche Emotion soll meine Marke transportieren? Will ich als innovativ und mutig wahrgenommen werden? Oder doch eher als seriös, verspielt oder nachhaltig? Die Antwort darauf ist der direkte Wegweiser zu Ihrer perfekten Farbpalette.
Branchenführer in Deutschland und ihre Farbwahl
Schaut man sich die Großen am Markt an, fallen schnell Muster auf. Eine Analyse von VistaPrint unter 50 der bedeutendsten deutschen Unternehmen hat gezeigt, welche Farben hierzulande den Ton angeben. Ganz vorne mit dabei sind Rot, Schwarz und Kombinationen mit Blau, wie Blau-Weiß oder Blau-Rot.
Blau dominiert Branchen, in denen Vertrauen und Stabilität das A und O sind – denken Sie an Banken, Versicherungen oder große Technologiekonzerne. Schwarz steht oft für einen modernen, hochwertigen Auftritt, während Rot als Signalgeber für Energie und Dynamik vor allem jüngere Zielgruppen packt. Mehr Details zu den Farbstrategien führender deutscher Marken finden Sie auf vistaprint.de.
Diese Daten beweisen eindrücklich: Die Farbwahl im Corporate Design ist alles andere als eine reine Geschmacksfrage. Sie ist ein strategischer Hebel, der die Wahrnehmung einer Marke von Grund auf prägt.
Übersicht der Farbpsychologie für Marken
Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir die häufigsten Assoziationen und den typischen Brancheneinsatz populärer Markenfarben zusammengefasst. Diese Tabelle zeigt die häufigsten Assoziationen und den typischen Brancheneinsatz populärer Markenfarben.
Farbe | Psychologische Wirkung | Typische Branchen |
|---|---|---|
Blau | Vertrauen, Sicherheit, Kompetenz, Ruhe, Loyalität | Finanzen, Technologie, Gesundheitswesen, Versicherungen |
Rot | Energie, Leidenschaft, Dringlichkeit, Aufregung, Appetit | Lebensmittel, Unterhaltung, Automobil, Einzelhandel (Sale) |
Grün | Natur, Gesundheit, Frische, Wachstum, Harmonie | Umwelt, Bio-Produkte, Finanzen (Wachstum), Wellness |
Gelb | Optimismus, Wärme, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit | Lebensmittel, Energie, Logistik (als Signalfarbe) |
Orange | Kreativität, Enthusiasmus, Jugendlichkeit, Erschwinglichkeit | Kreativagenturen, Jugendmarken, E-Commerce (Buttons) |
Schwarz | Eleganz, Luxus, Autorität, Modernität, Kraft | Mode, Technologie, Luxusgüter, Automobilindustrie |
Weiß | Minimalismus, Sauberkeit, Einfachheit, Ehrlichkeit | Gesundheitswesen, Technologie (Apple), Design |
Violett | Kreativität, Luxus, Weisheit, Spiritualität | Kosmetik, Wellness, Bildungssektor, Luxusprodukte |
Betrachten Sie diese Liste als Inspiration, nicht als unumstößliches Gesetz. Die größte Wirkung erzielen Sie, wenn Sie eine Farbe wählen, die nicht nur zur Branche passt, sondern vor allem die einzigartige Persönlichkeit Ihrer Marke perfekt auf den Punkt bringt.
Wie du eine funktionale Farbpalette für deine Marke entwickelst
Eine starke Marke braucht nicht viele Farben, sondern die richtigen. Zu viele Töne auf einmal wirken schnell chaotisch und verwässern den gesamten Markenauftritt. Das Fundament für ein einheitliches und professionelles Corporate Design ist daher immer eine klar definierte, funktionale Farbpalette. Aber wie baut man so ein System auf, das flexibel bleibt und trotzdem sofort wiedererkannt wird?
Stell dir deine Farbpalette am besten wie einen gut sortierten Kleiderschrank vor. Du brauchst keine Hundertschaften von Kleidungsstücken, sondern eine durchdachte Auswahl, die sich mühelos kombinieren lässt. In diesem Schrank gibt es drei klare Kategorien, die zusammen ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Diese Grafik zeigt schön, wie die Farbwahl strategisch aus den Markenwerten, den gewünschten Emotionen und dem Branchenumfeld abgeleitet wird.

Man sieht sofort: Eine erfolgreiche Farbstrategie entspringt immer der Kernidentität der Marke. Sie ist niemals nur eine Frage des Geschmacks.
Das 60-30-10 Prinzip als goldene Regel
Eine bewährte Faustregel für den Einsatz von Markenfarben ist das 60-30-10-Prinzip. Diese simple Formel hilft dir, eine ausgewogene visuelle Hierarchie zu schaffen und sicherzustellen, dass deine Farben im Corporate Design auch wirklich strategisch wirken.
60 % Primärfarbe: Das ist die dominante Farbe deiner Marke, dein visueller Anker. Sie füllt die größten Flächen und bildet oft den Hintergrund. In unserem Kleiderschrank-Beispiel wären das die Basics wie Hemden oder Hosen.
30 % Sekundärfarbe: Diese Farbe unterstützt die Hauptfarbe und sorgt für den nötigen Kontrast. Man nutzt sie für untergeordnete Elemente wie Zwischenüberschriften, Zitatboxen oder unterstützende Grafiken.
10 % Akzentfarbe: Hier wird es spannend! Das sind die Hingucker. Diese Farbe setzt du sparsam, aber gezielt ein, um die Aufmerksamkeit auf das Wichtigste zu lenken – zum Beispiel auf Buttons, Links oder einen Call-to-Action.
Diese Regel ist kein starres Gesetz, sondern eher ein super Ausgangspunkt. Sie hilft dir, eine visuelle Balance zu finden und zu vermeiden, dass dein Design überladen oder unruhig wirkt.
Die Rollenverteilung: Primär-, Sekundär- und Akzentfarben
Jede Farbe in deiner Palette hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Wer diese Rollen versteht, kann ein funktionales System entwickeln, das auf jeder Plattform – von der Visitenkarte bis zur Website – perfekt funktioniert.
1. Die Primärfarbe – Das Gesicht deiner Marke Deine Primärfarbe ist der Star der Show. Es ist die Farbe, die Kunden sofort mit deiner Marke verbinden. Meistens stammt sie direkt aus dem Logo und dominiert die gesamte visuelle Kommunikation. Sie ist das absolute Lieblingsstück im Kleiderschrank, das deinen Stil definiert und am häufigsten zum Einsatz kommt. Wähle sie mit Bedacht, denn sie gibt die grundlegende Stimmung deiner Marke vor.
2. Die Sekundärfarben – Die verlässlichen Teamplayer Sekundärfarben sind die vielseitigen Begleiter, die alles zusammenhalten. Sie ergänzen die Primärfarbe, ohne ihr die Show zu stehlen. Oft sind das neutrale Töne wie Grau, Beige oder ein gebrochenes Weiß, die für Fließtexte, Hintergründe oder Trennelemente genutzt werden. Sie schaffen Ruhe, geben dem Design Struktur und lassen die Primärfarbe erst richtig strahlen.
3. Die Akzentfarben – Die strategischen Scheinwerfer Akzentfarben sind deine wirkungsvollsten Werkzeuge. Du setzt sie gezielt und in kleinen Dosen ein, um den Blick des Betrachters zu lenken. Zurück zum Kleiderschrank: Das wären die knallige Krawatte, die besonderen Schuhe oder eine auffällige Tasche. Im Webdesign ist die Akzentfarbe für klickbare Elemente wie Buttons oder wichtige Hinweise reserviert. Damit sie ihre volle Wirkung entfaltet, braucht sie einen starken Kontrast zu den anderen Farben.
Ein professionelles Farbspektrum besteht aus klar definierten Ebenen: einer Primärfarbe als visueller Anker, wenigen Sekundärfarben zur Differenzierung und ein bis zwei Akzentfarben zur gezielten Hervorhebung.
Dieses strukturierte Vorgehen sorgt für eine konsistente Umsetzung über alle Kanäle hinweg und macht die tägliche Arbeit im Marketing oder Design um ein Vielfaches einfacher.
Indem du diese drei Ebenen festlegst, schaffst du ein robustes System. Es ist flexibel genug für verschiedenste Anwendungen, stellt aber gleichzeitig sicher, dass deine Marke immer und überall sofort erkennbar ist. Wie du die richtigen Farben für dein Logo als Ausgangspunkt findest, erklären wir übrigens ausführlich in unserem Leitfaden zur Auswahl von Logofarben.
Die Technik hinter den Farben: So sieht Ihre Marke überall gleich aus
Kennen Sie das? Ihre Markenfarbe leuchtet auf der Website brillant, doch auf der neuen Broschüre wirkt sie plötzlich blass und irgendwie falsch. Dieses weitverbreitete Problem liegt meist nicht an der Druckerei, sondern an den unterschiedlichen „Sprachen“, die Farben in der digitalen und der gedruckten Welt sprechen. Um ein durchgängig starkes Corporate Design zu garantieren, ist es unerlässlich, diese Farbsysteme zu verstehen und gezielt einzusetzen.
Stellen Sie es sich so vor: RGB ist die Sprache des Lichts, CMYK die Sprache der Pigmente. Ein Bildschirm mischt rotes, grünes und blaues Licht, um Farben zu erzeugen – das nennt man ein additives Modell. Eine Druckmaschine hingegen mischt die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz auf Papier, das Licht absorbiert. Das ist ein subtraktives Modell. Es sind zwei fundamental verschiedene Welten, weshalb eine direkte „Übersetzung“ nie hundertprozentig klappen kann.
Die drei wichtigsten Farbräume im Detail
Damit Ihr Blau auf dem Monitor dem Blau auf Ihrer Visitenkarte so nahe wie möglich kommt, müssen für jede Markenfarbe die exakten Werte in den relevanten Systemen definiert sein. Das ist kein Luxus, sondern eine technische Notwendigkeit für einen professionellen und verlässlichen Markenauftritt.
RGB (Rot, Grün, Blau): Das ist das additive Farbmodell für alles, was selbst leuchtet. Es kommt bei Websites, Social-Media-Grafiken, Präsentationen und Apps zum Einsatz. Die Werte reichen von 0 bis 255 pro Farbkanal und geben an, wie stark die jeweilige Lichtquelle strahlt.
HEX (Hexadezimal): Im Grunde nur eine andere Schreibweise für RGB-Werte, die vor allem im Webdesign und in der Programmierung genutzt wird. Der Code, z. B. #003366, ist kürzer und einfacher in CSS-Dateien zu handhaben, repräsentiert aber exakt dieselbe RGB-Farbe.
CMYK (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz/Key): Das subtraktive Farbmodell für den klassischen Vierfarbdruck. Alle gedruckten Materialien wie Flyer, Kataloge, Broschüren oder Plakate werden in diesem System angelegt. Die Werte werden in Prozent angegeben und beschreiben, wie viel von jeder Druckfarbe aufs Papier kommt.
Wenn Sie keine CMYK-Werte vorgeben, wandelt die Druckerei die RGB-Daten Ihrer Datei automatisch um – das Ergebnis ist oft unvorhersehbar und leider nur allzu oft eine Enttäuschung.
Eine Marke, die ihre Farbwerte nicht sauber für Print und Digital definiert hat, überlässt ihr Erscheinungsbild dem Zufall. Konsistenz ist hier kein Detail, sondern der Beweis für Professionalität.
Pantone: Wenn es exakt stimmen muss
Was aber, wenn eine präzise Farbwiedergabe absolut entscheidend ist, zum Beispiel bei Verpackungen oder hochwertigen Werbemitteln? Hier kommt das Pantone Matching System (PMS) ins Spiel. Pantone-Farben sind keine Mischungen aus CMYK, sondern fertig angemischte Sonderfarben.
Stellen Sie sich einen Maler vor, der seine Farbe nicht erst auf der Leinwand mischt, sondern direkt aus einem Eimer mit dem exakt richtigen Farbton schöpft. Das garantiert, dass die Farbe bei jedem Druck, in jeder Druckerei der Welt, identisch aussieht. Für viele Marken ist eine definierte Pantone-Farbe der ultimative Ankerpunkt ihrer Farben im Corporate Design.
Ihre Checkliste für konsistente Markenfarben
Für jede einzelne Farbe Ihrer Palette – egal ob Primär-, Sekundär- oder Akzentfarbe – sollten Sie die folgenden Werte in Ihrem Styleguide festhalten. Das ist die Grundlage für jede Zusammenarbeit mit Designern, Entwicklern und Druckereien.
HEX-Code: Für alle Webanwendungen (z. B. #1A2B3C)
RGB-Werte: Für digitale Grafiken und Bildschirmpräsentationen (z. B. R:26, G:43, B:60)
CMYK-Werte: Für den klassischen Vierfarbdruck (z. B. C:89, M:73, Y:57, K:53)
Pantone (PMS): Als Referenz für Sonderfarben bei wichtigen Druckprodukten (z. B. Pantone 2186 C)
Diese technische Präzision ist das Fundament, auf dem ein wiedererkennbarer und vertrauenswürdiger Markenauftritt entsteht. So stellen Sie sicher, dass Ihre Marke auf jedem Kanal genau so aussieht, wie Sie es geplant haben – ohne Kompromisse und ohne böse Überraschungen.
Barrierefreiheit und Kontraste im Corporate Design sicherstellen
Ein starkes Design ist mehr als nur hübsch anzusehen – es muss funktionieren, und zwar für jeden. Das Thema Barrierefreiheit ist längst keine Nische mehr, sondern ein fundamentaler Baustein für jede moderne und erfolgreiche Marke. Ein Aspekt, der dabei oft unterschätzt wird, ist der richtige Farbkontrast.
Die Farben im Corporate Design müssen so gewählt werden, dass Texte und wichtige Elemente auch für Menschen mit Sehschwächen gut erkennbar sind. Das verbessert aber nicht nur die Nutzererfahrung für einen wichtigen Teil der Bevölkerung – es optimiert die Lesbarkeit für alle Besucher, egal ob bei ungünstigem Licht oder auf einem spiegelnden Smartphone-Bildschirm.

Warum Kontraste so entscheidend sind
Stellen Sie sich eine Website mit hellgrauer Schrift auf weißem Hintergrund vor. Was mancher vielleicht als minimalistisch empfindet, ist für andere schlicht unlesbar. Dieses simple Beispiel trifft den Nagel auf den Kopf: Schwache Kontraste schließen Menschen aus und sabotieren die Wirkung Ihrer Botschaft.
Ein guter Kontrast ist kein Design-Kompromiss, sondern ein echtes Qualitätsmerkmal. Er sorgt dafür, dass Ihre Botschaften nicht in einem Brei aus schlecht lesbaren Farben untergehen, sondern klar und deutlich ankommen.
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) geben hier klare Richtlinien vor, die als internationaler Standard gelten. Sie empfehlen ein Mindestkontrastverhältnis von 4.5:1 für normalen Text und 3:1 für große Schrift.
Kontraste einfach überprüfen und optimieren
Zum Glück müssen Sie kein Experte sein, um die Kontraste Ihrer Farbpalette zu prüfen. Es gibt eine ganze Reihe kostenloser Online-Tools, die Ihnen diese Arbeit abnehmen.
Mit diesen Helfern können Sie einfach die HEX-Codes Ihrer Vorder- und Hintergrundfarbe eingeben und sehen sofort, ob die WCAG-Vorgaben erfüllt sind. So wird die Optimierung Ihrer Farben im Corporate Design zu einem einfachen, datengestützten Prozess.
Ein professioneller Umgang mit Farben ist übrigens auch im öffentlichen Sektor ein Muss. Deutsche Behörden legen größten Wert auf Paletten, die strenge Anforderungen an Kontrast und Barrierefreiheit erfüllen. So stellt die Bundesregierung in ihrem Styleguide durch definierte Kontrastverhältnisse – etwa Weiß mit einem Wert von 9,8:1 zu dunkleren Grundfarben – eine optimale Lesbarkeit sicher. Mehr zu den Standards im Corporate Design der Bundesregierung erfahren Sie auf bundesrechnungshof.de.
Praktische Tipps für eine barrierefreie Farbpalette
Barrierefreiheit sollte von Anfang an Teil Ihrer Farbstrategie sein. So stellen Sie sicher, dass Ihr Design nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch wirklich für alle Menschen nutzbar ist.
Definieren Sie Kontrastpaare: Legen Sie direkt im Styleguide fest, welche Farbkombinationen für Texte und Hintergründe sicher funktionieren.
Denken Sie an interaktive Elemente: Buttons, Links und Formularfelder brauchen ebenfalls einen ausreichenden Kontrast – und zwar nicht nur im Normalzustand, sondern auch bei Interaktionen wie einem Mouse-over.
Bleiben Sie neugierig: Das Thema digitale Barrierefreiheit ist riesig. Ein tieferer Einblick kann die Qualität Ihrer Website enorm steigern.
Falls Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten, liefert unser vollständiger Leitfaden zur barrierefreien Website-Gestaltung weiterführende Infos und konkrete Anleitungen. Indem Sie diese Grundsätze beherzigen, schaffen Sie nicht nur eine rechtssichere und nutzerfreundliche Website, sondern positionieren Ihre Marke als modern, verantwortungsbewusst und offen für alle.
Die Markenfarben in einem Styleguide festhalten
Was bringt die beste Farbstrategie für Ihr Corporate Design, wenn sie im Alltag nicht konsequent gelebt wird? Ohne klare Regeln sehen die Farben auf Ihrer Website plötzlich anders aus als in der neuen Broschüre. Jeder Mitarbeiter, jeder externe Dienstleister interpretiert die Palette nach eigenem Geschmack. Das Ergebnis? Ein unstimmiger Markenauftritt, der alles andere als professionell wirkt.
Hier kommt die Lösung ins Spiel: ein zentrales Dokument, das alle visuellen Spielregeln Ihrer Marke verbindlich festschreibt – der Styleguide. Stellen Sie ihn sich wie das Grundgesetz für Ihr Branding vor. Er ist die eine, verlässliche Quelle der Wahrheit für Ihr Team, für Designer, Entwickler und Druckereien. So stellen Sie sicher, dass Ihre Marke auf allen Kanälen mit einer Stimme spricht. Ein gut geführter Styleguide ist aber nicht nur ein Garant für Konsistenz, er ist auch ein enormer Effizienz-Booster, der endlose Abstimmungen und teure Fehler vermeidet.
Ein Styleguide ist keine kreative Fessel, sondern eine Befreiung. Er schafft Klarheit und gibt allen Beteiligten den Freiraum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, anstatt grundlegende Designentscheidungen immer wieder neu zu erfinden.
Was gehört in den Farb-Teil Ihres Styleguides?
Der Abschnitt über die Farben im Corporate Design ist das absolute Herzstück jedes Styleguides. Hier zählt Präzision, denn jede Unklarheit führt unweigerlich zu Abweichungen im Endergebnis.
Ihre Checkliste für jede einzelne Farbe – egal ob Primär-, Sekundär- oder Akzentfarbe – sollte daher mindestens diese Punkte abdecken:
Visuelle Darstellung: Ein großes, klares Farbfeld, das den Ton unmissverständlich zeigt.
Farbname: Geben Sie jeder Farbe einen einprägsamen Namen wie „OCTA Blau“ oder „Signal-Orange“. Das macht die Kommunikation im Team so viel einfacher.
Farbwerte für Digital: Die exakten HEX-Codes (z. B. #0A2540) und die dazugehörigen RGB-Werte (z. B. R:10, G:37, B:64) für alles, was auf einem Bildschirm erscheint.
Farbwerte für Druck: Natürlich dürfen auch die CMYK-Werte (z. B. C:91, M:75, Y:48, K:50) für den klassischen Vierfarbdruck nicht fehlen.
Sonderfarben: Falls Sie spezielle Schmuckfarben verwenden, gehört der Pantone-Wert (z. B. Pantone 2186 C) unbedingt dazu, um eine exakte Wiedergabe zu garantieren.
Nur mit dieser lückenlosen Dokumentation können Sie sicher sein, dass jede Anwendung – ob digital oder gedruckt – exakt dem Markenbild entspricht, das Sie sich vorgestellt haben.
Anwendungsregeln und Beispiele definieren
Die reinen Farbwerte sind aber nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist es, glasklare Regeln aufzustellen, wann und wie die einzelnen Farben eingesetzt werden sollen. Dieser Teil des Styleguides verhindert kreatives Durcheinander und sorgt für eine sinnvolle visuelle Hierarchie.
Hier sollten Sie unbedingt festlegen:
Primärfarben: In welchen Situationen dominieren die Hauptfarben? (z. B. für großflächige Hintergründe, Header)
Sekundärfarben: Wofür sind die unterstützenden Töne gedacht? (z. B. für Fließtext, Infoboxen, Trennlinien)
Akzentfarben: Wo genau sollen die Signalfarben ihre volle Wirkung entfalten? (z. B. ausschließlich für Buttons, Links und wichtige Call-to-Actions)
Do’s and Don’ts: Zeigen Sie mit konkreten visuellen Beispielen, was erwünscht ist und was unbedingt vermieden werden muss. Ein Bild von einer falschen Farbkombination oder einem Text mit zu geringem Kontrast sagt mehr als tausend Worte.
Ein solcher Leitfaden ist ein lebendiges Dokument, das sich mit Ihrer Marke weiterentwickelt. Wenn Sie tiefer einsteigen und einen kompletten visuellen Auftritt von Grund auf konzipieren möchten, finden Sie alles Nötige in unserem praxiserprobten Leitfaden zur Erstellung eines Corporate Designs. Ein sauber gepflegter Styleguide ist eine direkte Investition in die Stärke und den Wiedererkennungswert Ihrer Marke.
Häufige Fragen zu den Farben im Corporate Design
Die Welt der Markenfarben ist unheimlich spannend, aber sie kann auch ganz schön viele Fragen aufwerfen. Im Laufe der Jahre haben wir immer wieder dieselben wichtigen Punkte mit unseren Kunden besprochen. Hier sind die Antworten auf die häufigsten Fragen, kurz und bündig auf den Punkt gebracht.
Wie viele Farben braucht eine Marke wirklich?
Hier gilt fast immer: Weniger ist mehr. Eine überladene Farbpalette wirkt schnell chaotisch und verwässert die klare Botschaft Ihrer Marke. Eine durchdachte, reduzierte Auswahl strahlt hingegen Souveränität und Fokus aus.
In der Praxis hat sich eine einfache, aber wirkungsvolle Struktur bewährt:
1–2 Primärfarben: Das ist das Herzstück Ihrer Marke. Diese Farben dominieren und sorgen für den sofortigen Wiedererkennungswert.
2–3 Sekundärfarben: Sie spielen die unterstützende Rolle. Oft sind das neutrale Töne, die für Hintergründe, Fließtexte oder grafische Elemente genutzt werden, um den Primärfarben Raum zum Wirken zu geben.
1–2 Akzentfarben: Das sind die kleinen, aber lauten Signale. Sie werden gezielt für Call-to-Actions, Buttons oder wichtige Hinweise eingesetzt, um die Aufmerksamkeit des Nutzers zu lenken.
Mit diesem Gerüst aus vier bis sieben Farben sind Sie bestens aufgestellt. Sie haben genug Flexibilität für kreative Designs, wahren aber gleichzeitig eine starke, konsistente visuelle Sprache über alle Kanäle hinweg.
Kann man die Unternehmensfarben später noch ändern?
Ja, absolut – aber dieser Schritt sollte wohlüberlegt sein. Eine Farbänderung ist eine strategische Entscheidung. Sie kann sinnvoll sein, wenn sich Ihr Unternehmen neu ausrichtet, eine andere Zielgruppe ansprechen möchte oder das Design einfach nicht mehr zeitgemäß ist.
Oft ist ein sanfter „Brand Refresh“, bei dem die bestehenden Farben nur leicht modernisiert werden, der sicherere Weg als ein komplettes Rebranding. Das Wichtigste ist eine saubere Planung und eine transparente Kommunikation, sowohl intern ans Team als auch extern an Ihre Kunden. Achten Sie darauf, wirklich alle Materialien umzustellen, von der Website bis zum Briefpapier, um Verwirrung zu vermeiden und die Markenkonsistenz zu wahren.
Eine Farbänderung ist wie ein Umzug. Es ist die Chance für einen frischen Start, aber ohne eine genaue Planung geht unterwegs garantiert etwas Wichtiges verloren.
Wie stelle ich sicher, dass meine Farben auf dem Bildschirm und im Druck gleich aussehen?
Eine 100-prozentige Übereinstimmung zwischen einem leuchtenden Monitor und einem matten Blatt Papier ist physikalisch unmöglich. Aber eine hohe Konsistenz ist absolut erreichbar. Der Schlüssel dazu ist ein professioneller Styleguide, der als unumstößliche Referenz für alle dient.
Darin legen Sie für jede Ihrer Markenfarben die exakten Werte für die jeweilige Anwendung fest:
Digital: RGB- und HEX-Werte
Druck: CMYK- und (falls definiert) Pantone-Werte
Gerade der Einsatz von Pantone-Sonderfarben garantiert im Druck die bestmögliche Farbtreue und ist für viele Unternehmen der Goldstandard. Geben Sie diese Spezifikationen klar an alle Designer, Entwickler und Druckpartner weiter. Nur so minimieren Sie Abweichungen und stellen sicher, dass Ihr Corporate Design überall professionell und einheitlich wirkt.
Möchten Sie sicherstellen, dass Ihre Markenfarben strategisch fundiert sind und auf allen Kanälen konsistent wirken? OCTA MEDIA entwickelt als Werbeagentur für den Mittelstand durchdachte Corporate Designs, die Ihre Marke unverwechselbar machen. Lassen Sie uns gemeinsam ein visuelles Fundament schaffen, das Vertrauen aufbaut und Ihre Zielgruppe begeistert. Erfahren Sie mehr über unsere Branding-Leistungen auf octa-media.de.
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